Seabound - Double-Crosser - Cover
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Seabound Double-Crosser


  • Label: Dependent/ALIVE
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das aus dem Psychologieprofessor und Sänger Frank Spinath sowie dem titellosen, aber dennoch kreativen Martin Vorbrodt (Programming, Synthesizer) bestehende Duo Seabound feierte schon mit seinem Debütalbum „No Sleep Demon“ (2001) und spätestens mit dem Folgewerk „Beyond Flatline“ (2004) neben ergiebig bestückten EP´s/Singles große Erfolge in der Synthie-Pop/EBM-Szene. Während andere Vertreter dort auf stumpfe Beats und ideenlose Melodien setzen, schufen Seabound schon immer eine intelligente Variante, die auch ruhige Arrangements und vertrackte Spielereien in sich vereint. Zwei Jahre nach dem letzten Album ist es nun wieder soweit und Seabound veröffentlichen den in der Szene heiß erwarteten Longplayer „Double-Crosser“, welcher auch über die eingeschworene Fan-Gemeinde in Deutschland, Schweden, Nordamerika und England hinaus für seelenvolle Momente sorgen dürfte.

Pulsierende Sequenzer und energische, doch nicht brachiale Beats eröffnen das Album mit „Scorch The Ground“, das ebenso melodieverliebte Synth-Flächen wie den höchst charismatischen Gesang von Frank Spinath bereithält. Ein guter Track ist es in jedem Fall. Doch gegen das als Clubhit prädestinierte „The Promise“ mit abwechslungsreichen Gesangspassagen, die mal bedrohlich flüstern und mal hymnisch emporsteigen, verblasst der Opener doch ein wenig. Neben ruhigen Zwischenparts wird in „The Promise“ ordentlich auf´s Pedal getreten, ohne dass die Atmosphäre darunter zu leiden hätte. Leicht vertrackte Strukturen und zielstrebige Eingängigkeit tun ihr übrigens, während „Doubleplusungood“ eher in dunklen Ambient-Gefilden seine Heimat bezieht und erneut Spinaths Stimme für lang anhaltende Gänsehautmomente sorgt.

„Castaway“ schiebt sich aus dunklen Gassen ins Licht und lässt träumerische Stimmungen entstehen, die im Refrain ein Höchstmaß an melancholischer Schöngeistigkeit entfalten und neben schwebenden Synthesizern auch durch den nochmalig verbesserten Gesang von Frank Spinath überzeugen. Obwohl es nach dem herausragenden, sofort bewegenden „October Song“ mit „Traitor“ arg dunkel wird und die aggressive Modifizierung in der Stimme allzu gewollt böse daherkommt, ist „Double-Crosser“ ein in sich schlüssiges Album geworden, welches die Erwartungen seitens der Fans mindestens erfüllen wird und für den Rest der musiksüchtigen Bevölkerung stets eine Entdeckung wert ist. Auch die deutliche Ähnlichkeit zum Song- und Dramaturgie-Verlauf der beiden Vorgängeralben kann man zumindest für den Moment außen vorlassen. Zur Zeit bleibt festzuhalten, dass Seabound ihren Weg gradlinig weiter beschreiten und die überdauernde Schönheit, wie bei jedem anderen Album auch, in einigen Monaten entschieden wird.

Anspieltipps:

  • The Promise
  • Domination
  • Castaway
  • October Song
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