Russ Ballard - Book Of Love - Cover
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Russ Ballard Book Of Love


  • Label: Silversonic Records
  • Laufzeit: 68 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

In den letzen Jahren war es still geworden um den Songschreiber, der schon Bands wie Rainbow, Kiss, Night Ranger, America und Hot Chocolate mit Hits bedient hat. Mit inzwischen 61 Jahren darf man sich ja auch langsam aber sicher in den verdienten Ruhestand verabschieden. Doch nicht so Russ Ballard. Nach 40 Jahren im Business mit über 200 Chartnotierungen hat der Engländer immer noch etwas zu sagen – und wenn es die sehr persönliche Verarbeitung der Trennung von seiner Frau ist, die er in den 16 Songs seines neuen Albums „Book Of Love“ betreibt.

Russ Ballard bleibt sich selbstredend treu und liefert auch mit dieser Platte klassisches Mainstreammaterial ab, das einigermaßen rockt, aber nie übertreibt, und zu jeder Zeit eingängige Hooks, Riffs und Melodien aus dem Ärmel schüttelt. Eben die ganze Palette, die der Hörer von einem Hitschreiber („Since you’ve been gone“, „You can do magic“) erwarten darf. Dabei erinnert Ballard stimmlich etwas an David Bowie („Like father like son“, „Crazy world”), während bei den Instrumenten natürlich die Gitarre im Vordergrund steht, die von Keyboards, Synthies, Streichern und einer satten Rhythmustruppe flankiert wird. Entsprechend bombastisch, aber nicht überladen ist die Produktion, die der Meister genau wie das komplette Songwriting in Eigenregie übernommen hat.

Die eingängige, mit latentem Hang zum Bombast versehene Musik, die Russ Ballard nun schon seit vier Jahrzehnten abliefert, muss man grundsätzlich mögen (zum Beispiel, indem man Bon-Jovi-Fan ist...), sonst besteht die Gefahr, dass der Hörer von der radiotauglichen Hitdichte erschlagen wird. Diese Erkenntnis macht aber auch deutlich, warum sich Bands noch immer gerne mit einzelnen Songs aus der Feder Russ Ballards schmücken. Der Mann ist mühelos in der Lage, rockige und balladeske Titel mit Hit-Zertifikat im Dutzend abzuliefern. Allerdings sind 16 Songs auf einen Schlag einfach zuviel des Guten. Denn wer isst schon eine riesige Torte ganz allein? Davon bekommt man nur Bauchschmerzen.

Anspieltipps:

  • In the dark
  • Just like me
  • Love works in strange ways
  • The road that has no turning
  • I’m just not made for this world
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