Aim (UK) - Flight 602 - Cover
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Aim (UK) Flight 602


  • Label: Vital/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 53 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

In den letzten sechs Jahren ist Aim alias Andy Turner in England zu einem angesehenen Underground-Künstler im Downbeat/TripHop avanciert, der mit „Cold Water Music“ (1999) einen kleinen Meilenstein im Genre erschaffen hat. Auch Ian Brown, St. Etienne sowie The Charlatans profitierten von seiner durch Funk, HipHop und Jazz beeinflussten Musik, denn er bedachte sie mit glanzvollen Remixen. Mit seinem eigenen Label Atic Records hat sich Aim zu einem prägenden Musiker entwickelt, aus dessen Umfeld er sich auch für „Flight 602“ bedient hat. Befreundete Atic-Artists und Sängerin Niko (bekannt von seinen Live-Auftritten) halfen im Studio aus und konnten einen warmen, durch diverse Instrumente ergänzten, Electro-Sound kreieren, der leider genauso schnell wieder verhallt, wie er das Ohr beflügelt.

Lieblich und vordergründig schön anzuhören ist es allemal, wenn relaxte Beats auf Gitarren, Bläser und Flöten treffen. Die wenigen Songs, welche eventuell auch noch in wenigen Monaten relevant sein könnten, außen vor gelassen, hat es der Hörer mit allzu glatten und emotionslosen Stücken zu tun, denen viel zu oft der Tiefgang und Nachdruck fehlt. Abgesehen von den vereinzelt eingesetzten, schönen Vokalbeitragen Nikos ist das Album rein instrumental ausgefallen. Dieser besondere Umstand erfordert eben prägnantes Songwriting und ein gehöriges Gespür für musikalisch erzeugte Spannung. Leider ist das Ergebnis mau: Während „Pier 57“ einfach nur langweilig ist, kann wenigstens das folgende „Smile“ mit nachhaltigen Funk-Elementen und treffsicheren Breaks die Stimmung ein wenig heben.

Doch auch dieser Eindruck lässt einen nicht darüber hinweg kommen, dass die meisten Songs eigentlich nur zünden, wenn Niko am Mikrophon steht und z. B. „Walking Home Through The Park“ zu einem loungigen Electronica-Entwurf der besseren Sorte werden lässt. Das war es dann aber auch schon mit den prägnanten, guten Momenten. Zuviel Belanglosigkeit und folglich zu wenig Ausdrucksstärke verwischen den grundsätzlich wunderbar warmen Sound und lassen wieder einmal erkennen, wie bitter solche Chill-Out-Pillen schmecken können.

Anspieltipps:

  • Walking Home Through The Park
  • Smile
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