Simon Webbe - Grace - Cover
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Simon Webbe Grace


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es war schwer für Simon Webbe seine eigene Musikrichtung zu finden - hingerissen zwischen HipHop und R&B, dem Image eines harten Rappers oder einer R&B-Sexbombe. Entschieden hat er sich für die einzig richtige Musik – dem Urban Folk. Zugegeben, diese Musikrichtung stand bisher noch in keinen Büchern, doch Simon beschreibt seine Art von Musik gerne mit diesen zwei Worten. „Urban“, weil es für Simons Herkunft aus Manchester steht und „Folk“, da der Gute eine Schwäche für Mundharmonika- und Banjo-Rhythmen hat. „Irgendwann habe ich geschnallt, dass ich nicht die britische Antwort auf Usher bin.“, erzählt Simon, der Ex-Blue – von kreischenden Fans umgebene – Boygroupsänger, heute über seine Entscheidung. Mit seinem bereits zweiten Album „Grace“ beweist er auch, dass er die richtige Wahl mit Urban Folk getroffen hat.

Sinnliche und rhythmische Beats treffen auf Gitarren- und Mundharmonikaklänge und das kompakt in 45 Minuten auf insgesamt 12 Tracks. Das ist auch leider der einzige Schwachpunkt von „Grace“, dem Nachfolger von „Sanctuary“. Simon Webbe versprüht zwar enorme Lebensfreude und positive Vibrations, doch größtenteils unterscheiden sich die 12 Songs nicht wirklich voneinander. Herausragende Lieder, die mit hymnischen Refrains und nettem Gesang hervorstechen sind „Don’t Wanna Be That Man“, „My Soul Pleads For You“, „Take Your Time“, „Grace“ und die erste Single „Coming Around Again“.

Letzteres ist ähnlich wie die Single „No Worries“ von Simon Webbes Debüt vor zwei Jahren und hat damit das gleiche Hitpotenzial, wie der Vorgänger. Der Titeltrack „Grace“ orientiert sich sehr an dem Gospel und ist ein Song über Simons Mutter und seine Erziehung. Mit den Worten „You give me grace to say when I got it wrong“, bedankt er sich in dem Refrain bei seiner Mum und schließt damit sein Album ab. Ansonsten behandelt Simon Themen, wie die wahre Liebe („Sunshine (A Love Like That)“, „My Soul Pleads For You“), die Leichtigkeit der Jugend („Seventeen“), die Gefühle eines verlassenen Kindes („Go To Sleep“) und nicht erwiderte Gefühle („Don’t Wanna Be That Man“).

Rund um, ist das Album sehr schön anzuhören und eignet sich besonders für ruhige Stunden und ausgiebige Entspannungen. Simons Stimme hört sich zwar sehr nett und angenehm an, doch außer bei „My Soul Pleads For You“, wo er in seiner höchsten Stimmlage singt, verausgabt der 27–Jährige sich nicht. Kurz, es haut einen nicht wirklich vom Hocker. Trotz der Ähnlichkeit der Lieder, sind die 12 Tracks qualitativ gut und hörenswert. Eine Spielzeit von 45 Minuten dürfte zwar viele Hörer enttäuschen, doch ohne die nötigen Beats, die wahrscheinlich bei den 12 Songs schon verbraucht wurden, wäre eine längere Spielzeit wohl auch nicht klug gewesen.

Insgesamt kann Simon Webbe mit seinem Werk „Grace“ trotzdem zufrieden sein. Vergessen darf man auch nicht, dass der Brite sich an einer neuen Musikrichtung versucht und sich auf jeden Fall seit seinem Debüt „Sanctuary“ weiter entwickelt hat. Charmant, sinnlich und durchaus talentiert, präsentiert sich Simon Webbe auf dem Servierteller der Musikindustrie und steht dieses Mal ganze alleine, ohne seine treuen „Blue“-Weggefährten, da. Dafür hat der Mann gute Arbeit geleistet und darf auch ruhig einmal ein Lob abbekommen, auch, wenn er mit „Grace“ noch keinen Grammy gewinnen kann.

Anspieltipps

  • Coming Around Again
  • Don’t Wanna Be That Man
  • My Soul Pleads For You
  • Take Your Time
  • Grace
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