Faithless - To All New Arrivals - Cover
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Faithless To All New Arrivals


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „To All New Arrivals“ ist ein weiterer großer Wurf gelungen.

Im Jahr 1995 tanzte die Welt schlaflos zur Single „Insomnia“ und ließ Faithless mit dem ersten Album „Reverence“ schwungvoll durchstarten. Ihre Mischung aus TripHop, Soul, Pop und euphorischen Dance-Momenten gilt zusammen mit den charismatischen Raps von Maxi Jazz als einzigartig. Das Trio aus Großbritannien weiß eben, wie man verschiedene Stile vereint und immer noch eine prägnante Eingängigkeit bewahrt, welche besonders bei Konzerten zu wahren Huldigungsszenen seitens des Publikums führt. Zuletzt wurde es nach den Live8-Auftritten in Berlin und Edinburgh im Sommer 2005 ruhig um Rollo, Sister Bliss und Maxi Jazz, während die Greatest Hits-Scheibe „Forever Faithless“ diverse Verkaufsrekorde brach.

Unter dem Eindruck des ersten Kindes von Sister Bliss und dem zweiten Neuankömmling in Rollos kleiner Familie entstand „To All New Arrivals“, dessen Cover ein traumhaft atmosphärisches Bild der Londoner Themse zeigt und allen Neuankömmlingen gewidmet ist – egal wo und in welchem Sinne. Ein gar spirituelles Werk voller Nächstenliebe, sozialkritischen Einwürfen und einer warmen, wandlungsfähigen Klangfarbe. Sanfte Beats und im Hintergrund agierende Synth-Flächen harmonieren gleich im ersten Track „Bombs“ liebevoll miteinander, so dass die glockenartigen Sounds und die eindringliche Stimme Harry Colliers gerade recht kommen, um Faithless einen genialen Opener zu bescheinigen. Dunkel und mit afroamerikanischen Rhythmen ist das folgende „Spiders, Crocodiles & Kryptonite“ dagegen eindeutig schwerer zugänglich. Doch die Zeit und das eingebaute „Lullaby“ von The Cure sorgen schließlich dafür, dass die experimentelle Seite von Faithless beherzt in die Ohren vordringt und die Klangtüftelei im Hause der Briten noch lange nicht ad acta gelegt ist.

Während die souligen, im seelenvollen Downbeat angesiedelten Schönheiten wie „Music Matters“ und das von Rollos Schwester Dido intonierte „Last This Day“ den Hörer charmant umgarnen und das verspielte „Nate´s Tune“ für auflockernde Erfrischung sorgt, festigt sich der Eindruck, dass den drei Engländern mit „To All New Arrivals“ ein weiterer großer Wurf gelungen ist, der jede Menge Kreativität und berührende Soundlandschaften sein Eigen nennt. Auch die Gastsänger/innen haben einen großen Anteil an dieser Wohltat, wie im weiteren Verlauf auch Chan Marshall alias Cat Power bei „A Kind Of Peace“ mit ihrer dunklen Stimme beweist. Die Lyrics, welche Einheit beschwören und die Augen öffnen sollen, sind keineswegs naiv, sondern vielmehr die logische Schlussfolgerung zu der Faithless-typischen Offenheit und dem politischen Bewusstsein von Rollo Armstrong, Maxi Jazz und Sister Bliss, so dass die wieder einmal nachhaltig beeindruckenden Songstrukturen um ein wichtiges, authentisches Element ergänzt werden.

Anspieltipps:

  • Bombs
  • Spiders, Crocodiles & Kryptonite
  • To All New Arrivals
  • A Kind Of Peace
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