Zeichen Der Zeit - David Generation - Cover
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Zeichen Der Zeit David Generation


  • Label: Batb/SonyBMG
  • Laufzeit: 64 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das 2004-Projekt „Zeichen der Zeit“ des Multitalents Xavier Naidoo, seines Produzentenspezi Michael Herberger und der Band Allee der Kosmonauten, erlebt nun sein zweites Album. Die Devise lautet: Klasse statt Masse und daher sind aus vielen Künstlern, die gern christliche Texte unters Volk bringen möchten, neben Xavier nur Della Miles, Cassandra Steen (Glashaus), Jo Fürwitt und Mischa Marin von Allee der Kosmonauten, Patrick Nuo und die Rapper Olli Banjo und Danny Fresh übrig geblieben. Das ist sicher auch strategischer Vermarktungsschachzug, denn mit so vielen verschiedenen Solokünstlern 2004 eine Tournee zu veranstalten, war zum Scheitern verurteilt.

Prominente wie Paddy Kelly, Laith al Deen und Yvonne Catterfeld wurden also ausgetauscht, doch die musikalische Qualität hält nun allein Herr Naidoo hoch, der an fast allen 15 Songs herumgebastelt hat. Man darf jetzt kein neuerliches Soloalbum nach dem 2005-Streich „Telegramm für X“ erwarten, denn dafür werkeln auch noch andere stilistisch recht unterschiedliche Künstler hier mit. Das musikalische Spektrum reicht von Soul über deutlich härtere Töne der Gitarrenfraktion von Allee der Kosmonauten bis zu purem HipHop der Rapkollegen. Das scheint auch das Erfolgsrezept dieser Gruppe zu sein, denn soviel Abwechselung bekommt man selten geboten.

Der Opener „Ich trage Dich“ kommt recht pathetisch daher und lässt keinen Zweifel an der Botschaft aufkommen, die die bekennenden Christen mit ihrer Musik verbreiten möchten. Der zweite Track kommt leider etwas vom rechten Weg ab, denn die Geigen und die elektronischen Beats harmonieren nicht wirklich. Mit „Worte“ wird endlich wieder soulig gegroovt und gerappt. Laura Bellon und Danny Fresh überzeugen mit eher sanfteren Tönen, die aber überdurchschnittlich wirken. Olli Banjo setzt mit „Steine ins Rollen“ ganz auf HipHop mit minimalistischen Beat, die dann durch den Backgroundchor seiner Band untermalt wird. Textlich ein wenig zu plakativ und musikalisch zu monoton, um überdurchschnittlich zu sein. Bei „Es ist vorbei“ schauen wieder die Geigen vorbei, doch diesmal entsteht durch Sänger Naidoo, der auch für die eingängigen Beats verantwortlich zeichnet, doch überdurchschnittliches: Die Rapeinlagen und der Backgroundgesang durch „Die Zeichen der Zeit“-Frauen Miles und Steen werden gut gesetzt und dieser Song ist ein erster Höhepunkt.

Mit „Specialize“ gibt Patrick Nuo seinen englischsprachigen Beitrag ab und dieser lässige Track schleicht sich gemächlich ins Ohr und gefällt ebenfalls. Mit „Du wirst mich finden“ ist aber jetzt ein absoluter Musikstilbruch zu bewundern: Die Allee der Kosmonauten komponiert aus Rammstein-ähnliche Gitarren und christlichem Text(!) ein Werk der lauten Töne, das durch kurze ruhigere Breaks und teilweise gerappte Texte hochmodern und abwechselungsreich klingt. „Wenn Liebe nicht mehr reicht“ nimmt das Tempo wieder deutlich raus und eine wohlklingende Cassandra Steen wird von den Rappern musikalisch bei ihrer Black Music-Ballade unterstützt. „U said“ stammt aus der Feder von Reggae- und Soulstar Patrice und Della Miles: die Soulüberdosis sammelt eindeutig Pluspunkte, weil sie wirklich groovt.

Die 15 Songs haben wirklich einen großen Stilmix zu bieten, dabei fällt negativ auf, dass Xavier Naidoo zeitweise in einem sehr akzentgetränktem Englisch singt, da sollte er lieber beim Deutschen bleiben. Das Missionarische des Textes wird auch nicht jedem gefallen, nur bei Xavier Naidoo und seinen Freunden gehört das halt dazu, wenn der Groove und die Qualität stimmt, kann man das verzeihen. Die harten Beiträge der Allee der Kosmonauten erfrischen den Black-Music-Mix spürbar.

Anspieltipps:

  • Worte
  • Es ist vorbei
  • Du wirst mich finden
  • U said
  • What if
  • Gott ist anders
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