Tony Tuff - Say Something - Cover
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Tony Tuff Say Something


  • Label: Rootdown Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Reggae ist heutzutage ein Phänomen für sich, mit unzähligen verschiedenen Styles und Beats. Die Songs sind mit Elementen von Reggaeton, HipHop, R’n’B, Latin und sogar Pop gemischt. „Back in the days“ war alles noch ganz anders. Es gab diesen einen bekannten Reggaesound, den jeder Künstler mit seinen eigenen Beats vermischte und den perfekten Reggaesong kreierte. In diesem Zusammenhang sind Namen wie Bob Marley, Sugar Minott, African Brothers, UB 40, Jimmy Cliff und neben vielen Anderen auch Tony Tuff zu nennen. Der Veteran der Reggae- und Dancehall-Geschichte war Gründungsmitglied der legendären African Brothers und startete 1975 seine Solokarriere. Mit seinem neuen Album „Say Something“ knüpft der Rootssänger an sein Debütalbum und den guten alten Reggaesound an, was für manch einen Zuhörer ein bisschen eintönig klingen mag.

Das Album ist von Andreas „Brotherman“ Christophersen produziert worden und schmückt 14 Tracks, die fast alle den gleichen Rhythmus verfolgen. Natürlich gibt es Ausnahmen. Da wäre zum Beispiel der erste Song „Fullfillment time“ zusammen mit Smokie Benz. Das Stück hat zwar auch den gewohnten Reggaebeat, allerdings strahlt das Lied dieses gewisse Etwas aus, was schwer zu beschreiben ist, aber bestimmt jeden Hörer überzeugen wird. Mit dem darauffolgenden „Boom shakatak“ gelingt Tony Tuff auch eine Ausnahme. Der von Beatclaps geprägte Song ist eigentlich in keine Sparte einzuordnen, sondern wirkt durch den verspielten Sound und dem langsamen Gesang sehr beruhigend auf den Hörer. Danach folgen allerdings erst einmal nur die guten alten Reggaesongs, die mal von der Religion erzählen („Say something“), sehr Refrain geprägt sind („Walk and talk“) oder auch einfach schnelle Beats mit Piano und Trompeten Elementen vorweisen („The work“).

Einen kleinen Fehltritt hat sich Mr. Tuff bei den Songs „Real“ und „Shake“ genehmigt. Ersteres bietet zwar einen sehr schönen Gesang von Tony Tuff, doch die Musik ist mit einem verzerrten Beat und nervtötenden Pfeifen etwas irritierend und gewöhnungsbedürftig. In „Shake“ werden alle Ladies zum Tanzen aufgefordert, obwohl der Beat kein Tanzsound ist und macht so das Lied ein bisschen unnötig. Das Love & Peace auf Erden („Nice and lovely“) wichtig ist, wissen wir auch alle und gehört natürlich auf jedes vernünftige Reggaealbum – also auch auf Tony Tuffs „Say Something“. Mit „Mankind“, „Good life“ und „Just a minute“ fängt Tony sein etwas eintöniges Album zum Glück wieder auf, indem er mit „Mankind“ eine Reggaehymne zusammen mit Al Pancho auf die Beine stellt und in „Good life“ einen extrem guten Chill-Song mit tollem Beat, Gesang und Inhalt bietet. Es wirkt so, als ob Tony erst zum Ende hin so richtig heiß läuft und präsentiert mit „Just a minute“ einen Song, der das totale Gegenteil des restlichen Albums ist. „Just a minute“ ist ein erstklassiger R’n’B und Soulsong mit grandiosem Gesang von der African Brothers Legende. Schade, so viel Abwechslung hätte man sich auch für den Rest von „Say Something“ gewünscht.

Fazit ist, dass Tony Tuffs neues Reggaealbum für waschechte Roots-Fans ein Muss ist und sich sehr für ruhige Stunden zum Entspannen eignet. Wer allerdings Revolution startende oder politische Songs erwartet, sollte sich eher von der Kasse fern halten. Denn so richtige Ohrwurm-Lieder gibt es leider nicht.

Anspieltipps:

  • Action
  • Mankind
  • Good life
  • Just a minute
  • Fullfillment time
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