Senses Fail - Still Searching - Cover
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Senses Fail Still Searching


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Geht an die Nerven und macht zugleich jede Menge Spaß.

Ob nun Thrice, Thursday oder eben Senses Fail: Die Mischung aus Hardcore/Punk, Metal und einem nicht unwesentlichen Melancholie-Anteil (der schließlich auch erst ein Semi-Genre wie Emo erschaffen hat) feiert in den USA nach wie vor große Erfolge. Das Debütalbum von Senses Fail, „Let It Unfold You“ (2004), schaffte es schließlich bis in die Top 40 der amerikanischen Album-Charts. Es folgten Tourneen mit The Used, My Chemical Romance und zahlreiche Auftritte bei der Vans Warped-Festivalreihe, so dass sich die Qualität der 2002 ins Leben gerufenen Band langsam herum gesprochen haben dürfte. Mit dem neuen Gitarristen Heath Saraceno (Ex-Midtown) und Produzent Brian McTernan (u. a. Thrice, Snapcase, Cave-In) entstand nun das zweite Album von Senses Fail, welches mit musikalischer Präzision und einer gelungenen Mischung aus Härte und Gefühl reich bestückt in die Gehörgänge wandert.

„Bonecrusher“ gibt dann auch schon mal die beherrschende Gangart vor: Schnelle Gitarren-Riffs, einschneidende Melodien, technisch versierte Schlagzeug-Arbeit und Frontmann James „Buddy“ Nielsen in guter Form. Dass neben Hochgeschwindigkeitsattacken manchmal das Tempo herausgenommen wird und kurzweilige Breaks zum Einsatz kommen, macht das Ganze auch auf Albumlänge geschmackvoll, obwohl die Mixtur aus aggressiven Vocals und melodiösen Gesangseinlagen den Hörer und vor allem sein Gemüt auf Dauer herausfordert. „Sick Or Sane“ kommt mit brachialen Double Bass-Attacken, Hass-Tiraden in Nielsens Stimme und einprägsamen Gitarren, die so manche Metal-Band anhand von Präzision sowie Melodieverliebtheit blass aussehen lassen, daher und ist dennoch mit einschmeichelnden, in Harmonie getränkten Momenten ausgestattet.

Es ist abzusehen, dass hymnische, abgebremste Elemente mit mitsingkompatibler Ausstattung diesen Cocktail aus Energie und teils überschäumender Hardcore-Brachialität durchkreuzen und schlussendlich für eine Vorhersehbarkeit sorgen, die man in ihrer Beständigkeit von 99% der Emocore-Vertreter kennt und doch nicht viel zur Sache tut. Mit Nachdruck wird hier trotz der ungestümen Herangehensweise der musikalischen Herausforderung gefrönt und filigranen Arrangements ein stürmisches zuhause geboten. Das geht an die Nerven und macht zugleich jede Menge Spaß. „Still Searching“ schäumt einfach vor Spielwitz und sei somit jedem Sympathisanten dieses Genres ans malträtierte Herz gelegt, denn besonders der Mittelteil um den Titeltrack hat es in sich und dürfte sich in manchen Wohnzimmern an endlosen Repeat-Schleifen erfreuen.

Anspieltipps:

  • Calling All Cars
  • Shark Attack
  • Still Searching
  • Lost And Found
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