Mogwai - Zidane: A 21st Century Portrait - Cover
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Mogwai Zidane: A 21st Century Portrait


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 74 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Beim Cannes Film-Festival sorgte das Portrait des dreimaligen Weltfussballers der Jahre 1998, 2000 und 2003 für positive Stimmen. Douglas Gordon und Philippe Parreno schufen mit „Zidane: A 21st Century Portrait“ eine Huldigung an den französischen Ausnahmespieler und seine beispiellose Karriere, die während der Zeit bei Juventus Turin (1996 – 2001) und Real Madrid (2001 – 2006) ihren Höhepunkt erreichte. Auch wenn Zinédine Zidane im Endspiel der WM in Deutschland kurz vor dem Ende seiner Laufbahn durch einen Kopfstoß gegen Marco Materazzi zurecht frühzeitig das Spielfeld verlassen musste und die Legende ein wenig bröckelte, bleibt seine fussballerische Genialität unbestritten.

Somit hat auch dieser Film seine Berechtigung, denn besonders die Machart ist ungemein authentisch: 17 Kameras waren beim Spiel seines Real Madrid gegen den FC Villareal im April 2005 auf den Franzosen gerichtet. Jede seiner Bewegungen wurde beim 92-minütigen Spiel (Endstand 2:1 für Real) beobachtet und mit den atmosphärischen Soundscapes der schottischen Fussballfans von Mogwai veredelt. Dieser Soundtrack erscheint nun als CD und kann ohne die bewegten Bilder nicht komplett überzeugen.

Sicherlich hat es was, Mogwai mal ganz ohne Noise und feedback-lastige Ausflüge zu erleben, deren Wegfall einen warmen Teppich voller sanfter Gitarrenklänge, Synthie-Flächen und Streicher zum Vorschein bringt. Doch trotz all der Schönheit und Traumlandschaft geht dem reichlich mit Spielzeit bestückten Album schnell die Luft aus. Allzu fließend und ohne große Wendungen nehmen die atmosphärischen Stücke ihren Lauf und verhallen in den weiten Feldern der vor allem dem Zwecke der Untermalung dienenden Filmmusik. Obwohl hier natürlich die Gesamtheit an vorderster Stelle steht, kann man als positive Beispiele manche Songs nennen, die auch vom Bildmaterial gelöst eine Rolle spielen. „7:25“ lädt so mit einer unwiderstehlich zarten Melodie zum Wiederhören ein und verzaubert auf ganzer Linie.

„Half Time“ gönnt dem Hörer dank intensiver Piano-Auswüchse und einer gleichwohl beruhigenden wie bedrohlichen Stimmung einen spannungsreichen Zwischenstopp, während bei „I Do Have Weapons“ und den folgenden Songs die melancholische Wohlfühltemperatur nach und nach für Ermüdung sorgt. Dem hohen Anspruch, filmmusikalische Zeitlosigkeit zu schaffen, werden Mogwai nur gelegentlich gerecht, da die Trägheit der zehn Songs ohne die dazugehörigen Bilder ernüchternde Formen annimmt und man lieber dem ausufernden Noise-Rock von Mogwai als dieser untypischen Glätte im Klangbild lauscht.

Anspieltipps:

  • 7:25
  • Half Time
  • Terrific Speech 1+2
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