Loreena McKennitt - An Ancient Muse - Cover
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An Ancient Muse


  • Label: Quinlan Road/SPV
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Behutsam, sphärisch und anfänglich von Perkussion geleitet, treibt das siebente Album von Loreena McKennitt einen Berg voller Emotionen, Gefühle und Empfindungen hinauf, der nicht selten tranceartige Zustände evoziert und den Hörer gleichermaßen bedingungs- und regungslos den Klängen und der bezaubernden Stimme McKennitts lauschen lässt. Neun Jahre ist es her, seitdem neues Material der Kanadierin erschienen ist und dennoch findet man sich trotz der Verwendung älterer Musik in ihrem Klangkosmos sofort zurecht. Gut ein Jahrzehnt in dem die Sängerin und begeisterte Keltenforscherin auf Reisen über den Globus verteilt viele neue Bekanntschaften mit Kulturen, eindrucksvollen Persönlichkeiten und Instrumenten geknüpft und in ihren neuen Output „An ancient muse“ verwoben hat.

„Dieses Album ist ein bisschen, als würde man einen Interrail-Pass kaufen. Es ist, als ob man sagt: Ich weiß nicht, wohin die Reise führen wird. Ich steige einfach in den Zug und lasse mich von den Begegnungen unterwegs leiten“ erklärt die 49-Jährige. Bei der Umsetzung ihrer kulturen- und länderübergreifenden musikalischen Skizzierung des türkischen, griechischen und englischen Raumes, hat sie es sich natürlich nicht nehmen lassen erfahrene Musiker und Kundige an den jeweiligen Instrumenten für ihren Nachfolger zum Vierfach-Platin-Erfolg „The book of secrets“ (1997) zu verpflichten.

Loreena McKennitt wäre allerdings nicht Loreena McKennitt wenn Musik, Produktion und der größte Anteil der Texte nicht aus ihren Händen stammen würden, die sie ein weiteres Mal über ihr eigenes Label Quinlan Road, das bereits seit dem Debüt „Elemental“ (1985) im Einsatz ist, veröffentlicht. Auf der musikalischen Seite hat sich ebenfalls nicht viel verändert, weit ausholende Klangflächen und zurückhaltende Instrumente bilden auch auf „An ancient muse“ die Grundelemente jedes Stückes.

So beginnt das neue Werk mit „Incantation“ und „The gates of Istanbul“ getragen und andächtig, bis „Caravanserai“ nach einer beinahe 2minütigen Soloverstellung der Oud (eine Laute aus dem Mittelmeerraum) mit dezenten Farben aus dem Orient versetzt wird und tempomäßig zulegt. „The english ladye and the knight“ wird im Gegenzug mit sakral anmutendem Chorgesang versetzt, während die Kanadierin inmitten einer wehmütigen Melodie von der Liebe eines schottischen Ritters zu einer englischen Dame während der Kreuzzüge berichtet, die daraufhin von ihrer misstrauischen Familie umgebracht wird, da der Edelmann von ihnen nicht geduldet wird.

Glücklicherweise schwenkt das Album in eine weitaus fröhlichere Stimmung um und beschert mit dem Instrumental „Kecharitomene“ (griechisch für „Voll der Gnade“) zudem den im Aufbau dynamischsten Song. Nach dem 4½ Minuten langen „Penelope´s song“, der sein Hauptaugenmerk auf die Geschichte von Odysseus Frau legt, erklingt mit „Sacred shabbat“ (der Name ist Programm) ein weiteres Stück, das ohne Text auskommt und mit fidelen Melodiebögen verziert wurde. Zum Abschluss nimmt uns McKennitt mit „Beneath a phrygian sky“ auf eine stimmungsvolle Wanderschaft zu den Kelten im türkischen Anatolien mit und „Never-ending road“ beschert im Anschluss das endgültige Ende.

„An ancient muse“ hat mit Sicherheit seine Höhepunkte, wie das wundervoll arrangierte „Kecharitomene“ oder die fein herausgearbeiteten Geschichten, die von der betörenden Stimme McKennitts vorgetragen werden. Leider beinhaltet das Werk einige Strukturen, die zu oft und vehement angespielt werden, wodurch das Album seinen Langzeitfaktor vermissen lässt. Hoffentlich müssen die Fans trotzdem nicht wieder fast ein ganzes Jahrzehnt auf eine neue Veröffentlichung der Kanadierin warten, denn mehr Entspannung als jedes kopfwehfördernde Räucherstäbchen bietet „An ancient muse“ allemal.

Anspieltipps:

  • Caravanserai
  • Kecharitomene
  • Beneath A Phrygian Sky
Dieser Artikel ging am um 15:48 Uhr online.
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