Belphegor - Pestapokalypse VI - Cover
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Belphegor Pestapokalypse VI


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Death Metal aus Österreich? Ja dürfen die das denn überhaupt? Aber natürlich dürfen Belphegor das und zwar sehr erfolgreich seit 1993 mitsamt ihrer stetig wachsenden Fangemeinde. Bereits der erste Output „The last supper“ (1995) zeigte, dass die Salzburger Formation, derzeit bestehend aus Helmuth (Gesang, Gitarre), Sigurd (Gitarre) und den Session-Musikern Robin Eaglestone (Bass) und Nefastus (Schlagzeug), in ihrer musikalischen Umsetzung nicht gerade zimperlich mit den Instrumenten umgehen und sich textlich ebenfalls kein Blatt vor den Mund nehmen.

Der sechste Output „Pestapokalypse VI“ schlägt in dieselbe Kerbe und fährt gleich zu Beginn mit einem bedrohlichen Doublebassdrum-Stakkato vor, dass in weiterem Verlauf vom ultrafiesen Organ von Helmuth begleitet wird, während die Gitarrenabteilung sich dem Tempo anpasst und für die melodiösen Parts im sonst ausnahmslos brutalen Opener sorgt. In „Seyn Tod in Schwarz“ geht es ähnlich zu, die ersten beiden Tracks unterscheiden sich jedoch nur in Nuancen. „Angel of retribution” drosselt das Tempo zugunsten der Abwechslung und hämmert wesentlich geordneter aus den Niederungen der Hölle. Dennoch wird man den Eindruck nicht los, dass Helmuth vor den Aufnahmen mit Magensäure gegurgelt hat, denn in freier Natur ist ein solch krankes, dunkles und bitterböses Organ mit ziemlicher Sicherheit nicht aufzufinden.

In dieser Manier holzen Belphegor (nur echt mit den 2 Kreuzen) einen technisch anspruchsvollen Track nach dem anderen hinunter, vergessen allerdings zum Großteil auf sinnvolle Rhythmus- und Taktwechsel, die viele der im Hochgeschwindigkeitsbereich angesiedelten Stücke wesentlich prägnanter und auf den Punkt gebrachter erscheinen hätten lassen. Abgesehen davon ist die finstere Atmosphäre, die „Pestapokalypse VI“ an den Tag legt, perfekt und makellos von Andy Classen (Dew Scented, Die Apokalyptischen Reiter, Disbelief, Graveworm) in den Stage One Studios in Kassel produziert und abgemischt worden, sodass sich der eine oder andere Splatter- oder Horrorfilm eine Scheibe abschneiden kann.

Anspieltipps:

  • Bluhtsturm Erotika
  • The Ancient Enemy
  • Belphegor – Hell´s Ambassador
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