Spock´s Beard - Spock´s Beard - Cover
Große Ansicht

Spock´s Beard Spock´s Beard


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 77 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein selbstbetiteltes Album nach zwölf Jahren Bandgeschichte, das bedeutet eine Veränderung, ein Wandel oder gar ein Neuanfang. Dezentes schwarzes Cover, kaum Schnickschnack – pures Understatement. Der Name Spock’s Beard ist groß in der Prog-Rock-Szene und die letzten beiden Alben nach Neal Morse’s Weggang konnten nicht gerade Jubelstürme hervorrufen. Auf „Feel Euphoria“ trauerte die Band um den Verlust ihres sympathischen Frontmannes. Der Sound wirkte befangen aufgrund eines Identitätsverlustes, zu sehr klammerte man sich an Neal Morse’s Songideen. Man merkte, dass ein Richtungswechsel an der Zeit war und schuf mit „Octane“ eine rockigere Platte mit simpleren Songstrukturen, die allerdings etwas uninspiriert und zerfahren wirkte. Aber die neue Richtung kristallisierte sich heraus: Mehr Rock, weniger Prog. Auf „Spock’s Beard“ wurde diese Marschroute beibehalten und verfeinert. Die Songs wirken nicht mehr so ziellos wie auf „Octane“ und haben noch an Kraft dazu gewonnen. Ein gewisser Prog-Faktor ist dabei aber immer noch vorhanden.

Dem Opener „On A Perfect Day”, der noch etwas an Morse erinnert und nicht ganz überzeugen kann, aber besonders dem Instrumentalstück “Skeletons At The Feast” steht Prog förmlich auf der Stirn, anschließend rockt dann aber “Is This Love” für knappe drei Minuten mit hohem Tempo und völlig ohne Prog-Einflüsse durch das Wohnzimmer. Sehr überraschend. Nick D’Virgilios Gesangsleistung ist durchweg ansprechend und lässt Neal Morse nicht vermissen. Dessen Bruder Alan übernimmt auf „Sometimes They Stay, Sometimes They Go“ die Lead-Vocals. Seine raue Stimme ist durchaus passend für den rockigen Groover und irgendwie kommt einem beim Hören des Songs Audioslave in den Sinn. „The Slow Crash Landing Man“ verarbeitet die Durststrecke nach Morse’s Abschied und schließt mit dem Kapitel endgültig ab. Der Geist ist wieder Frei: „We’re free again“, heißt es in dem Stück und das spiegelt sich auch in dem neuen Sound wider.

Mit „As Far As The Mind Can See“, das in vier frei anwählbare Stücke unterteilt ist (Track 10-13), ist noch ein Mammutstück mit siebzehn Minuten auf dem Silberling vorhanden, der ja fast nicht auf einem stattlichen Prog-Rock-Album fehlen darf. Ideenreichtum und Spielfreude machen den Song zu dem Highlight von „Spock’s Beard“. Direkt nach dem Viertelstünder ertönt „Rearranged“ als Abschluss des Albums mit lakonischen Klängen, um sich dann in euphorische Höhen zu schrauben und am Ende des Songs richtig Energie abzulassen.

Mit „Spock’s Beard“ haben sich die „Bärte“ neu gefunden und können mit frischem Wind und abgeworfenem Schatten in eine sonnigere Zukunft blicken.

Anspieltipps:

  • Is This Love
  • The Slow Crash Landing Man
  • As Far As The Mind Can See
  • Rearranged
Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
8/10

Reap The Storm
  • 2017    
Diskutiere über „Spock´s Beard“
comments powered by Disqus