Shatter Messiah - Never To Play Servant - Cover
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Shatter Messiah Never To Play Servant


  • Label: Dockyard 1/Soulfood
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

60 Minuten, 14 Tracks, 5 Mitglieder, 2 Bands. Ja, richtig gelesen. Wer sich „Never to play servant“ zulegt, bekommt die doppelte Ration zum Preis von einer. Verantwortlich für dieses Sparpaket ist Curran Murphy, der bislang als Gitarrist bei den Formationen Annihilator und Nevermore tätig war und bei seiner nun selbst gegründeten Truppe Shatter Messiah rund um Greg Wagner (Gesang), Dusty Hold (Gitarre), Ron Boisvert (Bass) und Robert Falzano (Schlagzeug) beinahe zu gleichen Teilen die beiden unterschiedlichen Stilrichtungen, nämlich Power und Thrash Metal, seiner vorhergehenden Arbeitgeber mit einfließen lässt.

Dabei weisen die ersten Tracks auf ein knallharten Thrashbolzen hin, der kein einziges Mitglied verschon lässt und an seine Grenzen treibt. Das ist zwar im Opener, der zugleich Titeltrack ist, noch nicht in seiner Gesamtheit ersichtlich, aber dass sich Wagner am Mikro gehörig ins Zeug legt und der Rest ebenfalls nicht untätig in der Nase bohrt, hört man dennoch. Spätestens wenn „Crucify freedom“ den Dampfhammer auspackt und unaufhaltsam nach vorne brettert, ist die Sache klar. Das selbe Spiel wiederholt sich bei „Fratility“, „Hatred divine“ und „Fear to succeed“, das wie seine Vorgänger rasant durch den Blätterwald pirscht, sich von „All sainted sinners“ kurz besänftigen lässt und mit „Inflicted“ seinen tempomäßig noch schnelleren Partner gefunden hat.

Nach dieser Keule schwenkt die Platte mit „Drinking joy“ plötzlich um, ein geradezu versöhnlicher Part erklingt und Wagner singt klare Melodielinien, während Falzano die Felle bewusst im Power Metal-Stil anzuschlagen beginnt, während dieser Wechsel vorher nur leicht angedeutet wurde. „Bad blood“ und „Blasphemy feeder”, das mit tief gestimmten Gitarrenläufen aufwartet, entsagen allerdings diesem Stilbruch, dafür fügt sich „Deny god“ den Nevermore-ähnlichen Strukturen und „Disillusion“ kann sich nicht so richtig entscheiden, ob es ein bitterböser Thrasher werden will oder doch nur ein sanftmütiger Metal-Track. Die knackigen Riffattacken in „Bleed to shadows“ sprechen da schon eine wesentlich deutlichere Sprache und „New kleen killing machine“ knüppelt noch mal schnell alles teils brutal und teils gesittet nieder, bevor „Never to play servant“ schlussendlich am Ende angelangt ist.

Curran Murphys Soloprojekt ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits fetzen total kompromisslose Hassbatzen in die Fresse und dann schnalzt wieder alles recht brav und keusch um die Ohren. Das führt zu unfreiwilligen Längen, die aufgrund der knapp 60 Minuten getrost beseitigt werden hätten können. Allein die Beschränkung auf ein Genre oder ein Stilmuster wäre bei der hohen Qualität der meisten Stücke nicht ins Gewicht gefallen. Dennoch ist dem ehemaligen Annihilator- und Nevermore-Gitarristen ein anständiges Debüt gelungen.

Anspieltipps:

  • Hatred Divine
  • Crucify Freedom
  • Blasphemy Feeder
  • Bleed To Shadows
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