Richie Kotzen - Into The Black - Cover
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Richie Kotzen Into The Black


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der ehemalige Mr.-Big-Gitarrist hat es sich nicht nehmen lassen, auch sein neuestes Werk komplett alleine zu schreiben.

„I sold my soul just so I could feel paid / I broke my heart so I couldn't feel pain / I lost my faith ´coz I can't justify the wait / I've got no hope that's only for losers and fakes / Fuck your money / Fuck your fame / Fuck my life, i'll walk away / Fuck our love / Fuck I'm sorry for anything i've ever done / You can´t save me” (aus „You can´t save me”)

Hier steckt aber jemand in einer schweren Midlife Crisis. Allein schon der Titel „Into the black“ verspricht nicht gerade ein positiv gestimmtes Album, sondern den Blick in den tiefen Abgrund der eigenen Seele oder zumindest eine Art Selbstreflexion. Das Richie Kotzen schon immer autobiographisches in seinen Texten untergebracht hat, ist jedoch nicht verwunderlich, denn bei einem Veröffentlichungsrhythmus von vier Alben in drei Jahren gibt es sicherlich mehr über sich selber zu berichten als über zwischenmenschliche Beziehungen.

Der ehemalige Mr.-Big-Gitarrist hat es sich außerdem nicht nehmen lassen, auch sein neuestes Werk komplett alleine zu schreiben, einzuspielen und zu produzieren, wo der Kontakt mit anderen Individuen logischerweise gering geblieben sein wird. Dennoch klingt „Into the black“ nicht wie eine One Man-Show, sondern ein reifes Rock-Album, das gut und gerne melancholische Töne („Fear“) anschlägt und sich gelegentlich beim Blues bedient („Till you put me down“, „Living in bliss“), was einen durchgehend positiven Eindruck hinterlässt, aber auch zu seltsamen Höreindrücken führen kann.

In „The shadow“ z.B. versucht Kotzen nämlich auf das Volumen in seiner Stimme zu setzen, mehr als das Prädikat „bemüht“ gibt es dafür jedoch nicht, denn der Gute schlägt hier nicht nur einmal über die Stränge und sorgt für einen schrägen Ton. Trotzdem muss nach der guten Dreiviertelstunde konstatiert werden, das die Ausbeute an überdurchschnittlichen Tracks wesentlich höher ist als anfangs gedacht. Stücke wie „Till you put me down“ oder „Misunderstood“ zeugen einfach davon wie eine verletzliche Seele klingt, die ständig nur sich selbst vertraut hat. Somit steht „Into the black“ nicht nur für Selbstmitleid und narzisstisches Gitarrenspiel, sondern auch für Emotionen und Gefühl.

Anspieltipps:

  • Your Lies
  • Misunderstood
  • You Can´t Save Me
  • Till You Put Me Down
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