Norah Jones - Not Too Late - Cover
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Norah Jones Not Too Late


  • Label: Blue Note/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Not Too Late“ zaubert einen Hörgenuss herbei, der auch für bisherige Nicht-Norah-Jones-Fans zu spüren ist.

Soul, Gospel, Country und Jazz verschmelzen auf elegante und geschmeidige Art und Weise zu einer Musik. Norah Jones beweist mal wieder mit ihrem dritten Studioalbum, warum sie die unzähligen Grammys, Millionenverkäufe und Platin- und Goldauszeichnungen verdient hat. Die Tochter der Musikerlegende Ravi Shankar präsentiert 13 neue und frische Songs, die die 27-Jährige erstmals alle selbst geschrieben hat. Produziert wurde „Not Too Late“ von ihrem langjährigem Bassist Lee Alexander. Norah Jones ist die Reife, Entwicklung und Ausgelassenheit deutlich anzumerken.

Innerhalb von 45 Minuten erfährt der Hörer von Miss Jones innersten Gefühlen, den aktuellen Nachrichten und neuen Cover-Interpretationen. Man hat förmlich die entspannte und freche Lady vor Augen, wie sie im Studio hinter dem Aufnahmemikrofon steht. Doch für diese Entspanntheit gibt es natürlich auch einen Grund: „Für das neue Album gab es keinen Druck, keine zeitliche Begrenzung. Blue Note wusste nicht einmal davon. Wir haben uns einfach aus Spaß zusammengesetzt und geschaut, was dabei herauskommen würde.“ Entsprechend Norahs Aussage, hört sich „Not Too Late“ auch genauso locker, entspannt und friedlich an.

Echte Prachtstücke sind das frech verspielte „Sinkin Soon“, das nachdenkliche „Until The End“, die erste Single „Thinking About You“, „Broken“ und das angehauchte Country-Stück „Wake Me Up“. Hier überzeugt Norah Jones mit einem einzigartigen Akustikgitarren-Spiel und wird dabei von Lee Alexander mit seiner Lap-Steel-Gitarre begleitet. Wie man es von Norah Jones kennt, steht ihre Stimme immer deutlich im Vordergrund und wird von leisen und sinnlichen Rhythmen im Hintergrund unterstützt. „Little Room“ ist auch keine Ausnahme, sondern ist nur als kleines Extra mit einem Pfeifen im Country-Style unterlegt.

Dass es auch ohne Piano geht, zeigt Jones direkt zu Anfang mit dem Opener „Wish I Could“. Dort benötigt sie nur die Hilfe von Gitarrist Jesse Harris und den beiden Cellisten Kent und Ziegler, um ein perfektes Stück zu komponieren. Das Blues-geprägte „Sinkin Soon“ ist das ungewöhnlichste und zugleich frecheste Stück von „Not Too Late“. Unterlegt mit einem wunderbaren Blues-Klavierspiel und einem grandiosen Posaunenspiel von J. Walter Hawkes, beweist dieser Song eindeutig, was für eine außergewöhnliche Musikerin Norah Jones ist.

In die Vergangenheit zieht uns Norah mit „Thinking About You“, der ersten Single von ihrem neuen Album. Der Track ist bereits 1999 von ihr und Ilhan Ersahin von den Wax Poetics geschrieben worden, „Den Song habe ich immer im Hinterkopf gehabt“, so Jones, „Ich dachte lange Zeit, dass dies für meine Verhältnisse zu sehr Pop sei. Jetzt haben wir einen Weg gefunden, wie der Song funktioniert. Wenn man nach sieben Jahren einen Song noch immer so sehr mag, ist das eine gute Sache.“. Und Miss Jones tat gut daran den Song auf die Tracklist von „Not Too Late“ zu packen, denn eine so sinnliche Kombination aus Orgel-, E-Gitarren- und Trompetenspiel bekommt man nur selten zu hören.

Weitere Lieder wie zum Beispiel „The Sun Doesn’t Like You“, „Not My Friend“ oder „My Dear Country“ sind ebenfalls von Norahs einprägenden, ruhigen, jazzigen und souligen Gesangsqualitäten geprägt. „Not Too Late“ zaubert einen Hörgenuss herbei, der auch für bisherige Nicht-Norah-Jones-Fans zu spüren ist. Mit ihrem Drittwerk schreitet die 27-jährige Sängerin eine weitere Stufe auf der Musikerleiter empor und lässt viele ihrer Kollegen ganz weit hinter sich. Ein sehr schönes Album von einer sehr talentierten Norah Jones.

Anspieltipps

  • Sinkin Soon
  • Until The End
  • Thinkin About You
  • Broken
  • Wake Me Up
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