The Game - Doctor´s Advocate - Cover
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The Game Doctor´s Advocate


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 74 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Doctor’s Advocate“ ist qualitativ besser, als das Debütalbum „The Documentary“.

Alles begann in Compton, Los Angeles, an der Westcoast, als HipHop-Mogul Dr. Dre Jayceon Terrell Taylor bei seinem Label Aftermath Entertainment unter Vertrag nahm. Taylor, wohl besser bekannt als The Game, Chuck Taylor oder California Kid, war zuvor in seiner Dealer-Wohnung mehrmals in den Bauch geschossen worden und berüchtigtes Mitglied der Bloods, einer bekannten amerikanischen Jugendgang in Los Angeles. Nach dem Mordanschlag nahm Taylor sich vor, endlich etwas aus seinem Leben zu machen und den „American way of life“ hautnah mitzuerleben. Dank Dr. Dres Hilfe gelang dem heutigen US-Rapper ein sehr erfolgreicher Einstieg in das HipHop-Biz und stieg mit seinem Debütalbum „The Documentary“ zum großen Rapper an der Seite von 50 Cent auf. Nach einem heftigen Streit mit „Ex“-Homie Fifty, indem es um The Games „mangelnde Loyalität“ gegenüber der G-Unit-Crew und 50 Cent ging, wurde Taylor kurzerhand wieder aus der Crew herausgeschmissen und musste sich fortan selbst um seine Rap-Karriere kümmern.

Nun steht The Game mit seinem nagelneuen Album „The Doctor’s Advocate“ vor der Tür und macht noch einmal klar, wer bis jetzt der beste MC in der G-Unit-Ära war. Denn Taylors Reime und sein Style sind intelligent, abwechslungsreich und einfach nur Old School, was Fifty wohl kaum von seinen Lispel-Raps sagen kann. Mit „The Doctor’s Advocate“ stellt Mr. Game eindeutig unter Beweis, dass sein Mega-Hit-Album „The Documentary“ keine Eintagsfliege war und das noch viel mehr von dem Compton-Man kommen wird, als wir alle dachten. Kein Wunder also, dass unzählige Sänger und Rapper mit Star-Status mit The Game, dem Schützling von Dr. Dre, zusammen arbeiten wollten. Da wären zum Beispiel Kanye West, Will.I.Am von den Black Eyed Peas, Snoop Dogg, Busta Rhymes, Nas, Nate Dogg, Daz, Junior Reid, Shorty, Xzibit, Andrea Martin, Marsha Ambrosius von Floetry oder Jamie Foxx und die Gästeliste lässt sich noch weiter fortsetzen. Als Produzenten standen Taylor fleißige Kollegen, wie Just Blaze, Kanye West, Scott Storch, Swizz Beatz und natürlich Dr. Dre zur Seite, der leider keinen Rap auf The Games Album loslässt. Dafür erinnert der junge Mann allerdings in mancherlei Hinsicht sehr an Dr. Dre, wie zum Beispiel in „Lookin at you“ oder „Da s***“, wo sich Games und Dres Stimmen ein bisschen ähneln.

Eine Anspielung auf seine Rettung durch Dr. Dre gibt es auch sogleich auf The Games erster Single „It’s okay (one blood)“ zu hören, wo Taylor direkt zu Beginn sagt „Yo Dre, I thought I was dead“ und im weiteren Verlauf von seinem Karrierebeginn erzählt. Der knallende Beat und der wiederholende Gesang von Junior Reid machen den Song, neben den Reimen von The Game, zu einer extrem guten Streethymne. In „Da s***“ erwähnt Taylor dann auch noch einmal kurz den Streit zwischen Fifty und ihm, mit den Worten: „I was the Aftermath remedy till friends turned enemy.“ und präsentiert nebenbei einen ruhigen Beat und Kopfnicker-Song. „It’s the place of Americas Gangster-Rap, the place of danger – I’m from Compton“ rappt The Game zusammen mit Will.I.Am von den Black Eyed Peas in „Compton”, wo beide von einem Old-School Beat unterstützt werden, der ein Sample von Schooly Ds „Gangster Boogie” enthält. Ein weiteres Sample findet sich in dem von Just Blaze produzierten „Remedy“, wo Teile von Isaac Hayes „HYPERBDICSYLLLABLICSEQUEDALYMISTIC“ verwendet werden. Ein weiterer Knaller bietet der, von Scott Storch produzierte, Track „Let’s ride“, indem The Game und Nate Dogg mit einem fröhlich, verspielten Beat à la 80er Jahre so richtig aufdrehen.

Es folgt ein definitiver Hit, dank The Games Rap und Kanye Wests Beat, mit „Too much“, wo sich Mr. West auch die Ehre gibt und das Mic ergreift. Aggressiv und wütend rappen The Game und Swizz Beatz „This is that disrespectful motherf***ing westcoast“ in „Wouldn’t get far“, wobei der Beat sich anhört, als ob er von Eminem geschmiedet worden wäre, obwohl Swizz hinter den Reglern saß. Zwei ruhige und chillige Tracks bietet The Game mit „One night“ und „Around the world“, wobei er bei Ersterem von Andrea Martin gefeatured wird und einen R’n’B-Beat mit sehr viel Bass bietet. Der Track ist sehr nachdenklich und ruhig und mit einem sehr schönen Pianospiel im Hintergrund. In „Around the world“ steht Mr. Lover Lover Jamie Foxx zur Seite, der den Song zu einem Hörgenuss macht.

Den ultimativen „Dr. Dre, du hast mich gerettet“-Song gibt es zusammen mit Busta Rhymes und Shorty bei „The Doctor’s Advocate“, wo The Game erst einmal all seine Gedanken über Dre und sich selbst freien Lauf lässt. Der Track ist neben „Why you hate the game“ einer der besten Storyteller-Songs auf The Games Zweitwerk. In „Why you hate the game“ splitten Taylor und Nas ihre Reime neben den gefühlvollen Stimmen von Marsha Ambrosius von Floetry, Andrea Martin und dem 1.500 Choir. Der Song dauert über acht Minuten an und natürlich wird noch einmal erwähnt, wie dankbar The Game Dr. Dre doch ist: „Dre created the Game“. Mit den Worten „my heart beat for the westcoast“ kreieren Xzibit, Snoop Dogg und The Game eine richtige Gangsterhymne mit düsterem Beat und Claps in „California vacation“ und bilden ein super Westcoast-Dreamteam.

Zusammenfassend kann man sagen, dass The Games „The Doctor’s Advocate“ qualitativ besser ist, als sein Debütalbum „The Documentary“. Denn die Texte, Inhalte und sein ganzes Auftreten sind seriöser und ernstzunehmender, als zuvor. Definitiv hat der Rausschmiss aus der G-Unit-Crew, The Game keinen Schaden zugefügt, sondern ihn noch stärker und besser gemacht. Old School is back, yessir!

Anspieltipps:

  • Compton
  • Let’s ride
  • Too much
  • One night
  • California vacation
  • Why you hate the game
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