The Retrosic - Nightcrawler - Cover
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The Retrosic Nightcrawler


  • Label: Tribune/SOULFOOD
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Geschichte der Elektroniker von The Retrosic beginnt mit dem Album „Prophecy“ im Jahr 2001, wird aber schon im Folgejahr durch den Clubhit „Ground Zero“ und die dazugehörige EP „Messa Da Requiem“ zu einer echten Erfolgsstory aus heimischen Gefilden. Der Fünfer, allesamt mit kryptischen Pseudonymen ausgestattet, thematisiert mit „Ground Zero“ die Anschläge vom 11. September auf höchst kritische Art und Weise, doch die Nation tanzt sich in verlassenen Kellern, respektive EBM/Dark Wave-Abenden, in Ekstase. Mit der nötigen Distanz zum Toröffner in bekanntere Regionen werkelt das Gespann um Mastermind und Sänger Cyrus jedoch akribisch am nächsten Albumschlag, welcher mit „God Of Hell“ zwar äußerst pathetisch betitelt ist, aber neben brachialen, tanzbaren Electro-Nummern auch die Rundumsicht nicht verliert. So setzen The Retrosic neben energiegeladener Aggression auf atmosphärische Synthie-Flächen und eindringliche Soundscapes, die nun mit „Nightcrawler“ ihre gelungene Fortsetzung finden.

Thematisch wie immer in unheilschwangeren Szenarien beheimatet, gibt dieses Mal das Motto „Make your way up the food chain“ den Ton an: Nur der Stärkere wird überleben. Und so schieben sich im Opener „Unleash Hell“ durchdringende Beats der rasanteren Sorte an Tribal-Drums vorbei und werden von sakralen Soundelementen wieder eingeholt. Auch wenn der größtenteils stark verzerrte „Gesang“ von Cyrus die bluttriefende Keule schwingt, lebt das Album nicht von der abgrundtiefen Macht des Stärkeren. Allzu faszinierend und vielseitig sind die Sounds und Strukturen, als dass man von stupidem Dark-Electro sprechen könnte.

Während die euphorisierenden Sequenzer in „Revolution“ die Hüfte auf´s Heftigste schwingen lassen und trotz der geschickten Breaks keine Ruhe aufkommt, ist „Silence“ dem Titel entsprechend eine Sanftheit vor dem Herrn. An eindeutig The Prodigy-geprägten Soundpools vorbei, erreicht man dieses Kleinod an weitläufiger Schwelgerei. Selbst die Violinen-Imitate sorgen dort keinesfalls für schmierige Gefälligkeit, sondern erweitern die mitreißende Stimmung um eine nicht zu verachtenden Individualitäts-Facette, welche diese Platte schließlich zu einem, wenn auch nur szene-internen, Höhenflug der dunklen, aber ungemein munteren Art werden lässt. Alle verfügbaren Daumen sollten in die Höhe eilen, wenn traumatische Soundscapes, orientalische Beigaben, die perfekt integrierten grimmigen Vocals und hoffnungsvolle Melodien einen echten Sturm verursachen.

Anspieltipps:

  • Unleash Hell
  • Bloodsport
  • Silence
  • The Lucky Ones
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