Lucie Silvas - The Same Side - Cover
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Lucie Silvas The Same Side


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Der erste Eindruck ist bekanntlich der entscheidende, daher wurde die Britin Lucie Silvas 2005 durch TV-Live-Auftritte mit dem Metallica-Cover „Nothing else matters“ erstmals einem größeren Publikum bekannt. Um sich ein Bild davon zu machen, sollte man sich unbedingt einen diesen Live-Auftritte ansehen und anhören, denn unabhängig davon, ob so ein Metal-Klassiker mit dem Piano nachgespielt werden darf, ist die Stimme und Ausstrahlung der jungen Pianistin ein Erlebnis. Mit Ihrem Debütalbum „Breathe In“ hatte sie in ihrer Heimat England und im Nachbarland Niederlande erste Erfolge zu verzeichnen.

Früh übt sich war wohl ihr musikalisches Motto, weil sie schon als Kind komponierte und für andere Songs verfasste. Später begeisterte ihre Stimme unter anderem Take-That-Star Gary Barlow, der sie in seinen Backgroundchor aufnahm. Lucie Silvas arbeitete sich so schrittweise zum eigenen Plattenvertrag vor und schrieb dabei fleißig nicht nur eigene Tracks, sondern auch weiterhin für andere Künstler wie Gareth Gates. Nun liegt also die zweite meist wegweisende CD vor: Mit der erfahrenen Sängerin und Songwriterin Judie Tzuke sowie dem Erfolgsproduzenten Danton Supple (Coldplay, Starsailor) und ihrer Band um Graham Kearns komponierte die zierliche 26-Jährige dieses Werk.

Nicht nur bei Songwritermusik ist mehrmaliges Hören Pflicht und das lohnt sich: erst wirkt das ganze austauschbar und nur die Stimme erinnert an das zweifellos vorhandene Talent. Doch nach kurzer Zeit schleichen sich die oft mit Akustikgitarre und Piano – auch Geigen tauchen auf – vorgetragenen Werke ins Gedächtnis. Der Opener „Last year“ beginnt sachte und die unverkennbare Stimme Silvas schiebt sich in den Vordergrund. Sie spielt auch das Piano und der Song lebt eindeutig von ihr und beweist absolute Radiotauglichkeit. „Sinking in“ klingt recht flott und die Gitarre taucht ausnahmsweise recht auffällig im Melodievordergrund auf, das ist eindeutig eine erfolgversprechende Nummer, die unbedingt als Single ausgekoppelt werden sollte.

In fast allen Songs ist der vielstimmige Backgroundchor allgegenwärtig, was zwar gut klingt, nur Lucie Silvas gute Stimme verschwindet darunter zeitweise. Silvas wird gern musikalisch unter Norah Jones eingeordnet, es sind zwar ähnlich ruhige Töne zu hören, doch wirkt das bei ihr noch nachdenklicher, ziemlich klavierabhängig und durch den Chor mit leichten Gospeleinschlägen, auf jeden Fall ist es ein Longplayer für ruhige Stunden. Zum Ende der CD wird immer mehr das schon langsame Tempo gedrosselt, so dass schöne Balladen wie „Counting“ herauskommen, die nun eindeutig die musikalische Stärke der in Neuseeland aufgewachsenen Lucie Silvas darstellen.

Die Kritik kann bei den vielen guten Kompositionen nur wenig ausrichten, doch besteht immer noch Luft nach oben, das Talent braucht noch ein wenig Zeit, um sich weiter zu entwickeln. Die Qualität ist überdurchschnittlich, aber wohl nicht mehr, da die genauere Abgrenzung der Songs, also die Austauschbarkeit, noch verbesserungswürdig erscheint. Trotzdem zeigt die Formkurve nach oben und nicht nur in den Niederlanden könnten wieder Erfolge folgen, sondern auch hier wäre ein Charterfolg fällig.

Anspieltipps:

  • Last Year
  • Sinking In
  • The Same Side
  • Counting
  • Alone
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