Take That - Beautiful World - Cover
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Take That Beautiful World


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt eigentlich nur eine britische Boygroup der 90er Jahre, die als Vorbild für die heutigen Popgruppen gilt: Take That, alias Gary Barlow, Jason Orange, Howard Donald und Mark Owen. Nach dem offiziellen Ende vor elf Jahren starten die Jungs nun ein Comeback. Ausgelöst wurde dieses durch die erfolgreiche „Greatest Hits Tour“ in ihrer Heimat England. Das berühmteste Mitglied, Robbie Williams, fehlt allerdings wegen chronischer Soloerfolge, die ein Gary Barlow sicher auch gerne vorzuweisen hätte. Kollege Mark Owen kann dagegen auf drei gar nicht so unerfolgreiche Soloalben zurückblicken. Seine Solokarriere liegt aber derzeit auf Eis. Denn es gilt die ganze Power in ein Comeback zu stecken, das unter dem Druck einer unglaublichen Erwartungshaltung steht.

Und in der Tat, mit der ersten Singleauskopplung „Patience“ liegen Take That voll im Soll. Im Gegensatz zu den übrigen Songs auf „Beautiful World“ hat der Track einen hohen Wiedererkennungswert und geht sofort ins Ohr. Umso größer ist die Enttäuschung über die restlichen Songs. Diese segeln leider in identischem Fahrwasser durchschnittlicher Radiosongs, die auf eine B-Seiten-Version der Bravo „Kuschelrock“-CDs passen würden.

Was stört besonders? Erstens: Die Weichspülerkopfstimme von Gary Barlow, der aus fast jedem Song ein Schlaflied macht. Zweitens: Die Einfallslosigkeit der Komponisten, an denen übrigens diesmal alle Bandmitglieder beteiligt sind. Sie bringen lediglich Halb- bis Vollballaden hervor. Positiv fallen fast nur die von Mark Owen gesungenen Tracks auf. Die Ballade „What you believe in“ erzeugt doch eine emotionale Stimmung, welche auch die früheren Songs innehatten. „Shine“ überzeugt durch Abwechselung, denn ausnahmsweise sind die Drums und Gitarren nicht nur Beiwerk, sondern werden zu einem überdurchschnittlichen Song zusammengebastelt, der durch den mehrstimmigen Gesang der Vier aufgepeppt wird und irgendwie an die Beatles erinnert.

Das ruhige „Mancunian way“ und das fast schon akustische „Wooden boat“ klingen nicht schlecht, doch die Qualitätsmesslatte sollte höher angelegt werden. Natürlich werden den alten Fans tanzbare Charthits wie „Could it be magic“ oder die Coverversion „Relight my fire“ fehlen. Doch das ist nicht mehr der bevorzugte Musikstil der Mitdreißiger, so dass sehr häufig ganz ordentlich auf die Tempobremse gedrückt wird. Selbst Starproduzent John Shanks (Bon Jovi, Sheryl Crow, Rod Stewart) kann das auf absolute Radiotauglichkeit getrimmte Mittelmaß nicht verhindern. Oder hat er es gar verursacht?

Es bleibt die Hoffnung, dass Take That ihr Talent nicht hinter Allerweltssongs verstecken und ihre nächste Scheibe ohne sogenannte Produzentengurus in Angriff nehmen. Dennoch werden die Verkäufe dieser CD in ungeahnte Höhen schnellen, denn der Nostalgiefaktor ist nicht wegzudiskutieren. Außerdem dürfen auch Superstars mal Durchschnitt produzieren. Trotzdem: Die alten Take-That-Tracks haben etwas, was die neuen Stücke nicht haben: Sie bleiben im Gedächtnis.

Anspieltipps:

  • Shine
  • Patience
  • What You Believe In
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