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Soundtrack Bollywood: The Show


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Indische Filme zählen seit kurzem für viele Menschen zum Um und Auf eines gelungenen Abends mit Freunden. Für andere ist die Filmmaschinerie des asiatischen Kontinents, die sich in Anlehnung an die amerikanische Filmfabrik „Bollywood“ nennt, ein sicheres Zeichen dafür, angeekelt das Weite zu suchen. Ob jetzt Freund oder Feind, der Einfluss, den die in Massen produzierten Streifen aus Indien in letzter Zeit genommen haben, ist unbestreitbar. Eigene Videotheken mit Postern der beliebtesten Darsteller ausgestattet und einem ausschließlich indischen Sortiment erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, auch wenn nicht immer klar ist, was der tiefere Sinn des einen oder anderen Films ist. Hauptsache das Gehirn muss bei der Berieselung durch die bunten, bewegten Bilder nicht zuviel mitarbeiten.

Wie dem auch sei, das Phänomen ist nun auch in den Musical-Bereich eingekehrt und wurde mit einer Tour in Deutschland namens „Bollywood: The Show“ gewürdigt. Darin geht es um die berühmte Merchant-Familie, die in der Filmindustrie Bombays fest verwurzelt ist. Wer sich damit näher auseinandersetzen möchte, sollte entweder die üppig gestaltete Homepage besuchen oder gleich einen der vielen Termine in seiner Umgebung wahrnehmen, die ebenfalls auf der Internetseite aufgelistet sind und bis April 2007 stattfinden.

Als Appetizer ist der Soundtrack zur Show bereits jetzt schon erhältlich (die Tour läuft erst seit Oktober) und stimmt den Hörer auf das Spektakel in all seiner bombastischen und teilweise recht klischeehaften Pracht ein, denn (und dafür haut man doch gern ein paar Euro ins Phrasenschwein) nicht überall wo Indien drauf steht, ist auch wirklich Indien drin. Es mag ja das eine oder andere indische Instrument (Sitar, Sarangi, Tabla) vorkommen, aber der Zusammenhang bezüglich Tonleiter, Rhythmus und Takt ist komplett westlicher Natur und hat mit den Begriffen, die mit indischer Musik gemeinhin assoziiert werden, nämlich Raga, seinen Gefühlsstimmungen und dem Taktsystem, dem Tala, nicht viel gemeinsam.

„Bollywood: The Show“ daraus einen Strick zu drehen ist natürlich Unsinn, denn in den Filmen zum amerikanischen Pendant wird nichts anderes verwendet, als das was auf vorliegender CD geboten wird, denn bei den Aufführungen muss schließlich jeder im Takt mitwippen können und bei einer minutenlangen Bordun, wie sie im musikalischen Umfeld der Hindus Verwendung findet, würden sicher viele überfordert werden, wenn nicht sogar einschlafen. Stattdessen gesellen sich einige Techno-Beats dazu oder klassisch orchestrale Elemente fließen in den Aufbau der Stücke ein. Dadurch ist die Platte sicherlich nicht jedermanns Sache, abgesehen von totalen Verfechtern indischer Musik natürlich, aber ein kurzweiliges Vergnügen allemal.

Anspieltipps:

  • MOB Theme
  • Chicken Curry
  • Kesariya Balam
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