Fat Joe - Me, Myself And I - Cover
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Fat Joe Me, Myself And I


  • Label: Imperial/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Unglaublich blicke ich auf die Trackliste von Fat Joes neuem Album „Me, Myself & I“ und entdecke nur zwölf Songs. Die Gästeliste ist ebenfalls sehr kurz, einzig und allein The Game und Lil Wayne, der sogar doppelt, geben sich die Ehre und nehmen das Mic in die Hand. Da hätte man doch von einem Mann, der schon mit Kollegen wie LL Cool J, Jennifer Lopez, P. Diddy, Nas oder sogar Biggie zusammen gearbeitet hat, deutlich mehr erwartet. Doch vom Äußeren soll man sich ja nicht täuschen lassen und natürlich musste „Me, Myself & I“ auch von Innen beleuchtet werden. Leider, muss ich gestehen, ist es dort nicht viel besser. Die Tracks sind zwar qualitativ sehr hochwertig, bieten allerdings wenig Abwechslung in Beat und Rap. Producer Scott Storch half Fat Joe aka Joey Crack zwar beim Produzieren der Beats, jedoch gibt es auf dem 12-Lieder Album sagenhafte neun Tracks, dessen Beats sich fast gleich anhören – nämlich düster, mit viel Bass, tief und Gangster! Gangster musste einfach sein, denn Joey wollte mit seinem neuen Album zurück zu seinen Wurzeln, back to the Streets und weg von seinem bisherigen kommerziellen Raps. Als kleines Beispiel genügt schon „Whatz luv“ zusammen mit Ashanti, es weiß wohl jeder, was gemeint ist.

„Me, Myself & I“ hingegen ist hart, düster, aggressiv und Hardcore. Mit eingehenden Refrains, tollen Punchlines und zwar wiederholenden, aber trotzdem fesselnden Beats, präsentiert sich Fat Joe von einer Seite, die wir ganz besonders an ihm mögen - nämlich kein Mainstream-HipHop, sondern mit Old School- und Storyteller-Style („Pendemic“, „Damn“, „The profit“, „Think about it“, Hard not to kill“, „Story to tell“). Die erste Single „Make it rain“ überzeugt mit toller Hookline von Rapper-Kollege Lil Wayne, genialem Rap von Fat Joe und Scott Storch als Produzent. Das Ergebnis ist ein extrem guter Track, der so richtig bounct. Mit Dr. Dres Anwalt, The Game, geht es in „Breathe and step“, der zweiten Single, weiter und Joey Crack setzt noch einen oben drauf. Die Nummer bietet mit dem ruhigen und fröhlichen Beat und rhythmischen Claps eine gute Abwechslung zu den restlichen düsteren Songs. The Game und Fat Joe geben sich cool und gangster und repräsentieren natürlich die Westside. Der fröhliche Beat wird auch sogleich in dem folgenden Song „She’s my mama“ fortgesetzt, indem Fat Joe über Ladies rappt. Mit „Jealousy“ gelingt dem Terror Squad Chef ein Anti-Fat-Joe-Song mit einem gelungenen funkigen Trompeten- und Schlagzeug-Sound. Ein Track, indem Fat Joe seine Mutter lobt und danke sagt, findet man in „Bendicion mami“, wo sich wunderbare Elemente von dem Michael Jackson Klassiker „Maria (you were the only one)“ befinden und im Refrain des Songs zu hören sind.

Fazit ist, dass Fat Joe mit seinem nun fünften Soloalbum „Me, Myself & I“ ein gutes Hardcore-Punchline-Gangster Album zusammengestellt hat, aber leider zu wenig Abwechslung und vor Allem zu wenig Songs auf sein Album gepackt hat. Nach 50 Minuten ist schon Schluss und man hat sozusagen gerade erst angefangen, sich entspannt zurückzulehnen und den geschmeidigen Raps zu folgen. „Me, Myself & I“ ist definitiv kein Klassiker, doch Fat Joe alias Joey Crack befindet sich auf dem richtigen Weg. Denn die Altmeister, die keinen Mainstream-Rap präsentieren, sind nicht mehr häufig zu finden und hinterlassen eine wichtige und große Lücke im HipHop. Der Weg ist also frei für Fat Joe, jetzt liegt es an ihm das Mic zuergreifen und loszureimen.

Anspieltipps

  • Breathe and stop
  • She’s my mama
  • Make it rain
  • Jealousy
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