Sonic Youth - The Destroyed Room: B-Sides And Rarities - Cover
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Sonic Youth The Destroyed Room: B-Sides And Rarities


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 77 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Zufälle gibt’s. Da nennt sich das neue Album von Sonic Youth „The Destroyed Room” und dann bröseln dem Rezensenten beim öffnen der Post die Überreste eben jener CD-Hülle komplett zerstört aus dem Umschlag. Schöne Bescherung! Toll, dass sich jetzt auch die Post an der Gestaltung von Musik-CDs beteiligt. Nur beim nächsten Mal hätte ich gerne wieder eine heile Verpackung und kein von einem wildgewordenen Briefzusteller in Method-Acting-Manier zerstörtes Stück Plastik.

Doch zurück zum Thema. Die New Yorker Indie-Noise-Core-Avantgardisten haben aufgeräumt und zum 25-jährigen Bandjubiläum ganz bescheiden eine CD mit elf B-Seiten, Soundtrack-Beiträgen, Alternative Takes und Vinyl-only-Tracks zusammengestellt. Sprich: Ein paar Raritäten für den geneigten Fan, die allerdings überwiegend die Phase zwischen 2000 und 2003 abdecken. Die musikalische Schatzkiste von Sonic Youth dürfte also auch weiterhin prall gefüllt sein und genügend Munition für ein irgendwann erscheinendes Box-Set bieten. Doch zuerst kommen die Rarities von „The Destroyed Room” an die Reihe.

Schon der Opener „Fire engine dream“ dürfte unerfahrenen Sonic-Youth-Hörern (etwa jenen, welche die Band nur aus der Post-Punk/Prä-Grunge-Ära zu Zeiten von „Goo“ und „Dirty“ kennen) die Fußnägel hoch rollen. Es schrammelt, dengelt, fiept und rumpelt, ohne dass ein Ansatz einer Melodie zu erkennen ist. Auf diese Weise mäandert das Lied zehn Minuten vor sich hin, bis der Proband erschöpft in den Seilen hängt und schwören könnte, dass er soeben weiße Mäuse gesehen/gehört hat.

Ähnlich geht der Spaß weiter. Die New Yorker verbinden Blues („Fauxhemians“), Jazz („Beautiful plateau“), Folk („Razor blade“) und Rock („Kim’s chords“) zu einer einzigartigen Melange aus 60s-inspiriertem Noise-Sound á la The Velvet Underground und collagenartigen Psychedelikklängen („Loop cat“). Das Ganze gipfelt im finalen 26-Minuten-Epos „The diamond sea“, das, im Vergleich zur ursprünglichen Version vom „Washing Machine“-Album (1995), ein anderes Ende hat. Fazit: Alles sehr interessant, aber unterm Strich ist „The Destroyed Room” nur für Fans und Puristen eine spannende Entdeckungsreise.

Anspieltipps:

  • Loop cat
  • Razor blade
  • The diamond sea
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