Declan - Thank You - Cover
Große Ansicht

Declan Thank You


  • Label: Starwatch/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sozusagen mit dem letzten Veröffentlichungsschwung des Jahres 2006, am 1. Dezember, wird mit „Thank You“ das Debütalbum des 15jährigen Engländers Declan Galbraith in Deutschland veröffentlicht. Bei dem Jungen handelt es sich um ein Stimmwunder aus dem Städtchen Hoo in der Grafschaft Kent, das auf dem berühmt-berüchtigten Warner-Label Starwatch Music (u.a. Monrose, Sandy, Wunder, Roger Cicero) ins Rennen um die Gunst der Schwiegermutterherzen geschickt wird.

Für diese Mission bekam Declan 15 Klassiker der Musikgeschichte vorgesetzt, die er brav im Stile eines Heintje Simons (Kinderstar in den 60er Jahren) oder des jungen Angelo Kelly von der Kelly Family eingesungen hat. Denn singen kann der Teenager wirklich. Das hat er schon im Vorprogramm von Elton John bewiesen und als er zu Ehren des königlichen Thronjubiläums vor einem Millionenpublikum sang. Da ging es allerdings immer nur um ein paar wenige Lieder. Mit „Thank You“ folgt nun die Gewissheit, dass Declan noch nicht in der Lage ist, ein komplettes Album nur mit seiner Stimme zu tragen. Dazu fehlt es dem 15-Jährigen nämlich deutlich an Ausdrucksmöglichkeiten und Gefühl. Durch diesen Gleichklang stellt sich nach einiger Zeit der Effekt von Langeweile ein, der sich dadurch verstärkt, dass sämtliche Lieder altbekannt sind und beinahe täglich im Mainstream-Radio rauf und runter gespielt werden.

Das wirklich Schlimme an „Thank You“ ist aber etwas ganz anderes. Die Songs (u.a. Queens „Love of my life“, Rod Stewarts „Sailing”, Art Garfunkels „Bright eyes”, Eric Burdons „The house of the rising sun”, Eric Claptons „Tears in heaven”, Air Supplys „All out of love”, Toni Braxtons „How could an angel break my heart”, Don Mcleans „Starry, starry night” oder Americas „The last unicorn”) wurden von der Akropolis Musik und Film GmbH (Al King, Even Braxton, Pat Anthony, Alexs White, etc.) komplett neu produziert, arrangiert, aufgenommen und abgemischt. Nachdem die Klassiker so durch den Wolf gedreht wurden, klingen sie durchweg billig und nach schmalem Portemonai, ganz so, als würde Mitarbeiter Meier/Müller/Schulze auf dem Betriebsfest seines Arbeitsgebers auf der Bontempi Orgel aufspielen. So was ist eines Major-Labels unwürdig und verstärkt nur den Eindruck, dass hier mit einem Kind auf die Schnelle, ohne viel Aufwand, Geld gemacht werden soll.

Anspieltipps:

  • Bright eyes
  • All out of love
  • Tears in heaven
  • The last unicorn
Neue Kritiken im Genre „Pop“
7.5/10

Colors
  • 2017    
Diskutiere über „Declan“
comments powered by Disqus