We Are Scientists - Crap Attack - Cover
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We Are Scientists Crap Attack


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie die Debütalben von Bloc Party, The Killers, Art Brut und unzähligen anderen ging auch „With Love And Squalor“ von den Amerikanern We Are Scientists vielfach über die Verkaufstische der Indie-Rock-affinen Welt. Für Bassist Chris Cain, Vokalist/Gitarrist Keith Murray und Schlagzeuger Michel Tapper kam der Erfolg jedoch nicht allzu überraschend. Schließlich machen sie bereits seit 2000 Musik und erlebten, wie nach umjubelten Konzerten und um sich greifender Mund-zu-Mund Propaganda die Labels Schlange standen, um dem Debüt eine Heimat zu geben.

Der Rest ist gut ein halbes Jahr nach dem Erscheinen von „With Love And Squalor" fast schon Geschichte, denn Tourneen rund um den Globus und Auftritte bei vielen wichtigen Festivals ließen den Bekanntheitsgrad in immense Höhen steigen. Zum Glück beherbergen die Amis neben einem britisch geprägten Klangbild auch den selbigen Humor, um abseits von dieser Maschinerie ihren Weg weiter zu gehen. Bevor es zum zweiten Album kommt, steht allerdings erst einmal Reste-Verwertung an, die spätestens nach dem ersten Hördurchlauf den zurückhaltenden Unterton verliert. B-Seiten, Cover- und Akustikversionen erscheinen vereint auf „Crap Attack“ und sind doch deutlich mehr als Ausschussware.

„Ram It Home“ eröffnet schweinerockend und spaßvoll energisch den gut ausgestatteten Longplayer, der außer dem rotzigen Opener noch andere Großtaten zu bieten hat. Mit träumerischer Sehnsucht und flirrenden Gitarren folgt in der selben Größenordnung „Mucho Más“ – ein musikalisch deutlich melancholischer, aber mindestens genau so wertvoller Track. Während diese B-Seiten eigentlich als A-Seiten durchgehen könnten, haben wir es bei den Coverversionen mit noch unnachahmlicheren Stücken zu tun, bei denen „Bang Bang Rock & Roll“ (im Original von Art Brut) noch relativ gewöhnlich das Zepter schwingt, die Sigur Rós-Vorlage „Hoppipolla“ jedoch als gänzlich gelungene Überraschung durchgeht, die ihren Namen wirklich verdient. Gänzlich vom Spaß-Faktor befreit, brillieren zauberhafte Akustikgitarren und Keith Murrays gesangliche Höchstleistung.

Als wenn der Unterhaltungswert bis hier hin noch nicht ausreichend wäre und die Eigenkompositionen schon den Kauf rechtfertigen, wird dem We Are Scientists-Fan Bela B. in Form von „Sie Hat Was Vermisst“ gehuldigt. Toll umgesetzt ist da nicht nur die musikalische Adaption, sondern auch die einwandfreie Aussprache vom singenden Gitarristen, dessen Akzent einen nicht nur einmal zum Schmunzeln bringt. So nimmt der mitreißende und musikalisch abwechslungsreiche Reigen seinen Lauf und lässt Fans, wie auch Neu-Einsteiger, im Freudentaumel zurück.

Anspieltipps:

  • Hoppipolla
  • Ram It Home
  • This Means War
  • Sie Hat Was Vermisst
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