Bianca Ryan - Bianca Ryan - Cover
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Bianca Ryan Bianca Ryan


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 48 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Am 17. August dieses Jahres wurde die damals Elfjährige Bianca Ryan zur Siegerin der ersten „America’s Got Talent“-Staffel gekürt. Das am 1. September 1994 in Philadelphia geborene Gesangstalent gab in der Talent-Show mit ihrer stimmlichen Performance sogar dem überaus kritischen Jury-Mitglied und Mitentwickler der Show Simon Cowell, der auch als Juror in den Erfolgsshows „Pop Idol“ und „American Idol“ in England und den Vereinigten Staaten bekannt ist, keinen Anlass zur Kritik. „Bianca Ryan ist wahrscheinlich eine der besten Sängerinnen, die ich in meinem Leben gehört habe“, adelte Cowell die junge Sängerin. Für den Sieg der ersten “America’s Got Talent“-Staffel erhielt Ryan Eine Million Dollar. Dazu zählt ihr erster Auftritt in der Show zu den meistgesehenen Videos in dem Clip-Portal „Youtube“.

Cowell selbst nahm dann Bianca Ryan sofort für sein Label SYCO unter Vertrag und veranlasste die Produktion ihres Debütalbums „Bianca Ryan“. Und pünktlich zum Weihnachtsfest steht das Album in Deutschland über Columbia in den Läden, schließlich will man ja vom großen Kuchen Weihnachtsgeschäft etwas abbekommen. Und passend zur Jahreszeit ist mit „Why Can’t It Be Christmas Everyday?“ auch ein Weihnachtssong auf dem Album vorhanden. Der sollte aber wohl kaum den Kauf des Ryan-Debüts begünstigen, schließlich ist Weihnachten in gut einer Woche vorüber. Und was dann? Der Titel stammt übrigens von Walter Afanasieff, der schon für Mariah Careys Christmas-Song „All I Want For Christmas Is You“ mitverantwortlich war. Aber es bleiben ja noch elf weitere Songs. Leider hat man es dabei hauptsächlich mit Coverversionen mehr oder weniger bekannter Songs zu tun.

Den Opener „The Rose“ brachte beispielweise 1990 Amanda McBroom heraus. „I Believe I Can Fly“ von R. Kelly ist wohl noch allseits bekannt. „And I Am Telling You I’m Not Going“ stammt aus dem Musical „Dreamgirls“ und „You Light Up My Life“ ist ein Debby-Boone-Cover (Original von 1977). Dazu kommt noch „Dream In Color“ von Regina Belle, das Jamelia-Cover “Superstar” und “Pure And Simple” der britischen Pop-Band Hear’say.
Es blieb den Machern des Albums, den Songschreibern David Foster und Diane Warren sowie den Produzenten Jaymes Foster und Jay Landers, die zum Beispiel schon mit Barbra Streisand und Barry Manilow zusammenarbeiteten, wohl wenig Zeit um ein Album mit neuen Songs herauszubringen, die speziell auf Bianca Ryan zugeschnitten sind. Und wenn es dann doch mal soweit ist und eine neue Komposition mit dem Namen „I Wish That“ oder „I Will“ erklingt, macht sich auch schnell wieder Ernüchterung breit, wenn man erkennt, dass die neuen Songs leider wenig Substanz haben. Einzig „Awake“ weiß durch sein Tempo und seinen mitreißenden Refrain zu überzeugen und die Soul-Ballade „Pray For A Better Day“ besticht durch lässige Eleganz.

Die Coverversionen sind allesamt gut intoniert, schließlich hat man es bei der zwölfjährigen Bianca Ryan mit einem enormen Talent zu tun, das die „America’s Got Talent“-Staffel zu recht für sich entscheiden konnte. Aber wenn dann das Debütalbum fast nur mit Neuauflagen altbekannter Songs aufwarten kann, zwischen die sich ab und an ein neuer Titel einschleicht, ist das doch etwas enttäuschend. Hätte man sich mit der Songauswahl etwas mehr Mühe gegeben (warum, um Himmels willen, covert man Jamelias „Superstar“) und nicht nur schnell ein zusammengewürfeltes Album nach dem großen Show-Hype auf den Markt werfen wollen, wäre die Langzeitwirkung der Platte auf Grund der hervorragenden Stimme Bianca Ryans deutlich höher.

Anspieltipps:

  • Awake
  • Pray For A Better Day
  • Dream In Color
  • You Light Up My Life
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