John Denver - Collections - Cover
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John Denver Collections


  • Label: RCA/SonyBMG
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Henry John Deutschendorf ist für viele noch immer der Inbegriff eines Country- und Folkmusikers erster Güte, selbst wenn ihn schwere Drogen- und Alkoholprobleme in den 90ern mehr und mehr zu einem depressiven Wrack machten. Seine unablässige Liebe zur Natur, die in viele gemeinnützige Spenden und Aktivitäten gipfelte, die pazifistische Attitüde, die er sein Leben lang aufrecht erhalten hatte und der tragische Flugzeugabsturz 1997, der noch immer nicht zur Gänze geklärt ist, weiß man schließlich nicht ob ein rein technisches Gebrechen der von ihm selbst geflogenen Maschine zum Crash führte oder die Folgen seiner Depressionen in Suizid umschlugen, machten ihn zur Legende.

John Denver, wie er sich zugunsten einer amerikanischeren Aussprache seines Namens umbenannte, lebte, abgesehen von seiner Suchtmittel- und Alkoholabhängigkeit, den amerikanischen Traum von Freiheit und Ungebundenheit, die über 500 Millionen verkauften Alben sicherten ihm ein sorgenfreies Leben und vollkommene Unabhängigkeit. Das gerade sein großer Durchbruch mit „Leaving on a jet plane“ (1969) begann, ist wohl der schwarze Humor, von dem viele berühmte Musiker und Künstler eingeholt werden, der dann urplötzlich in eben einer solchen Tragödie endet. Dennoch endet seine kommerzielle Hochphase mit dem Überdrüssigwerden an seinen Themen über die Schönheit der Natur und das Leben am Land in Friede und Eintracht, die Seitenhiebe auf ökonomische Missstände werden nicht erkannt und ohne weiteres als naive Weltanschauung ignoriert.

Als Denver seinen Plattenvertrag mit RCA kündigt, da das Label vom Rüstungskonzern General Electric übernommen wird, der anscheinend mit den Ansichten des Umweltaktivisten nicht mehr konform zu sein scheint, interessiert sich auch niemand mehr für den Rest der Veröffentlichungen in den späten 80er – und den beginnenden 90er Jahren. Wie dem auch sei, die SonyBMG Collections-Serie beschränkt sich ausnahmslos auf die Hochphase des Countrymusikers in den ausgehenden 60er Jahren bis in die Mitte der 70er und lässt damit die alten und somit bekannten Titel wie „Take me home, country roads“, „Calypso“, „Starwood in Aspen“, „Annie´s Song“ oder eben „Leaving on a jet plane“ auferstehen und gönnt sich sogar mit dem Abschlusstrack „Fly away“ einen etwas zwiespältigen Verweis auf Denvers Tod. Damit wird diese Collections-Ausgabe zu einer angenehmen Werkschau des Musikers, mehr als 10 Tracks, die gerade einmal 36 Minuten umfassen hätten es schon sein können.

Anspieltipps:

  • Calypso
  • Annie´s Song
  • Leaving On A Jet Plane
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