Johnny Cash - Collections - Cover
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Johnny Cash Collections


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 27 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Fan des „Man in black“ musste man in den letzten zwei Jahren tief in die Tasche greifen. Nicht weniger als über 10 posthume Veröffentlichungen, die mal in einem mehrere CD´s umfassenden Box-Set mit aufwändiger Gestaltung, dann wieder in spartanischer Single-Disc Aufmachung seit dem Tod Johnny Cashs 2003 ins Hause standen, nagten an den Geldbeuteln vieler Country- und Folk-Interessierten, die dem Banner „previously unreleased“ erlegen waren. Unzählige Aufnahmen, die bislang in irgendeinem Keller vor sich hin vegetierten, wurden im Zuge des Erfolgs des dokumentarisch angelegten Films „Walk the line“ mit Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon als Johnny Cash und seine Ehefrau June Carter Cash in den Hauptrollen ausgegraben und in die Läden gestellt.

Alben wie „Personal file“ (05/2006) oder der fünfte Teil der legendären Rick Rubin-Johnny Cash-Kollaboration „American V: A hundred highways“ (06/2006) sorgten einerseits für Freude aufgrund des hohen musikalischen Gegenwerts, auf der anderen Seite schlugen einem natürlich sofort Worte wie „Ausverkauf“ in den Sinn, gab es schließlich beinahe monatlich eine neue Meldung über verschollenes Audiomaterial des schwarzen Mannes. Im Zuge dessen war es sicherlich sinnvoller, der Flut der reinen Cash-Veröffentlichungen keine weitere drauf zu setzen und die Collections-Reihe von SonyBMG stattdessen durch die Duette von Johnny und seiner Ehefrau June Carter Cash zu erweitern.

Darauf befinden sich altbekannte Klassiker wie „Jackson“, „Darlin´ companion“, „Cause I love you“, „What´d I say“, „One way rider“ oder „No need to worry“, die von der Magie des Pärchens leben und somit eine Spannung generieren, die heutzutage nur wenige Duette in dieser Intensität erzeugen können. Wenn beide zu Beginn von „Jackson“ fröhlich und heiter „We got married in a fever“ trällern, ist man sich bewusst, dass die Welt hier noch in Ordnung war und keine Exzesse des Countrystars, der von 1967 bis Mitte der 70er Jahre seine erste kommerzielle Hochphase hatte, das musikalische Treiben trübten. Dieser Zeitspanne nimmt sich auch vorliegende CD an und würdigt diesen Abschnitt in Cashs Leben jedoch gerade einmal 27 Minuten, wodurch selbst der niedrige Preis der Ausgabe unangemessen scheint. Wäre hier nicht derart hochkarätiges und intensives Material enthalten, die Anschaffung dieser Ausgabe der Collections-Reihe wäre, gemessen an dem Gegenwert der anderen Cash-Outputs, schlicht zu vernachlässigen.

Anspieltipps:

  • What´d I Say
  • Darlin´ Companion
  • No Need To Worry
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