Terence Trent D´Arby - Collections - Cover
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Terence Trent D´Arby Collections


  • Label: Arista/SonyBMG
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Was ist das für eine Karriere, in der man gleich von seinem Debütalbum und den daraus ausgekoppelten Singles mehr als 12 Millionen Einheiten absetzt, danach (aus kommerzieller Sicht) nur noch Flops produziert, irgendwann in Vergessenheit gerät und zum Schluss komische MP3-Alben über das Internet vertickt? Insgesamt gesehen sicher kein Einzelfall, im Falle des New Yorker Musikers Terence Trent D’Arby aber eine tragische Entwicklung.

Gestartet war der Bursche während seiner Armeezeit in Deutschland mit der Gruppe The Touch, die Mitte der 80er Jahre ganz passable Funk-Musik produzierte. 1986 erhielt D’Arby einen Solo-Plattenvertrag bei Columbia Records, die ein Jahr später das fulminante Debütalbum „Introducing The Hardline According To Terence Trent D’Arby“ in die Läden stellten und damit eine Goldgrube auftaten. Gezogen vom Erfolg der Singles „If you let me stay“, „Sign your name“ und „Wishing well“, die auf der vorliegenden „Collections“-CD als standesgemäßes Intro gewählt wurden, wurde das Album zu einem der Top-Seller des Jahres und Terence Trent D’Arby bereits als Nachfolger von Prince gefeiert.

Doch genauso schnell wie D’Arby an die Spitze kam, war sein Weg nach unten. Das Nachfolgewerk „Terence Trent D’Arby’s Neither Fish Nor Flesh“ (1989)“ lag wie Blei in den Regalen und schmückte schon bald die Grabbeltische in den Plattenläden. D´Arby brauchte mehr als drei Jahre, um diesen Schock zu verdauen. In dieser Zeit errichtete er sein eigenes Studio und zeigte sich bei neuen Kompositionen experimentierfreudiger. Entsprechend wurde „Terence Trent D’Arby’s Symphony Or Damn“ (1993) vom Publikum besser aufgenommen. Auf seinem vierten Album – „Terence Trent D’Arby’s Vibrator“ (1995) – entdecke Herr D’Arby das Frausein, ging damit aber kommerziell total baden, was zum Verlust seines Plattenvertrages führte.

Interessanterweise kommt auf der „Collection“-CD kein einziger Song des „Vibrator“-Albums vor. So richtig Frieden scheint Columbia Records also noch immer nicht mit Terence Trent D’Arby geschlossen zu haben, der aus seinem Talent und einem latenten Hang zum Größenwahn gewiss mehr hätte herausholen können. So reicht es tatsächlich nur zu einer mageren 10-Songs-CD, die dem Hörer in einer Dreiviertelstunde bewusst macht, was für ein genialer Songschreiber Herr D’Arby einst gewesen ist. Soultriefende Nummern wie „To know someone deeply is to know someone softly“ oder das sexy groovende „This side of love“ – um nur zwei Beispiele zu nennen – sind nämlich auch heute noch geniale Songs. Deshalb gibt es für die Musik acht Punkte, Aufmachung und Informationsgehalt der CD erhalten trotz des geringen Endverbraucherpreises aber nur vier bis fünf Punkte.

Anspieltipps:

  • Turn the page
  • This side of love
  • If you let me stay
  • To know someone deeply is to know someone softly
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