Joana Zimmer - The Voice In Me - Cover
Große Ansicht

Joana Zimmer The Voice In Me


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt nicht sehr viele Sängerinnen, die über eine gut ausgebildete Stimme verfügen, die auch noch einen Wiedererkennungswert hat. Zu der Kategorie gehört eindeutig die blinde Sängerin Joana Zimmer. Nur leider wird wohl ihr großer Charterfolg „I Believe“ das einzige sein, was an sie erinnert. Wie schon bei ihrem Debüt „My Immermost“ suchte sie sich die falschen Komponisten aus, die aus ihr mit Gewalt die Schnulzentante machen wollen. Zwar war ihr erster Longplayer kommerziell erfolgreich, doch gutes Songwriting sucht man besser woanders.

Bei dem neuen Werk wird eine derartige Mischung aus glatten Popsongs serviert, die alles haben, aber nur keinen Erinnerungsfaktor. Welcher Hörer ergreift hier nicht die Flucht? Es wird teilweise mit lateinamerikanischen Rhythmen experimentiert und meist nur seelenloser Popbrei, der wohl die Radios verseuchen wird, produziert. Schon mit der ersten Singleauskoppelung „Bringing down the moon“ war klar, was an aufgeblasenen Möchtegernsongs hier verabreicht werden. Warum wird diese gute Stimme so verheizt? Fast verzweifelt wartet man nach den ersten Klängen der CD, dass doch irgendwann ein Song hängen bleibt, der ein wenig Qualität hat. Leider vergeblich, denn Joana Zimmer wird von ihren Komponisten und Produzenten schmählich im Stich gelassen, denn kaum Brauchbares verlässt die Lautsprecher.

Ihr eigentliches Debüt, selbstproduziert, hieß 1999 „Pieces of Dream“ und enthielt auch selbstgeschriebene Songs. Die Musikrichtung Jazz und Chansons ist nicht sehr verkaufsträchtig, daher suchte man sich nach dem später abgeschlossenen Majorvertrag den oben erwähnten sehr guten Track „I believe“ von der Songwriterin und Sängerin Marcella Detroit aus, der für diese ein Erfolg war, aber nicht so bekannt erschien wie andere Songs. Das war der Startschuss für das große Geld, nur vergessen die Macher hinter den Kulissen, dass die Hörer nicht taub sind und mindere Qualität bleibt mindere Qualität. Da kann auch die weihnachtliche Stimmung nicht den Geschmacksnerv trüben, dieser Longplayer gehört zur Sektion „Vergiss es“. Die junge Wahlberlinerin Joana Zimmer sollte sich dringend ein neues Team suchen oder einfach selbst komponieren, dann kann es nur besser werden.

Neue Kritiken im Genre „Pop“
7.5/10

In Winter (Special Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Joana Zimmer“
comments powered by Disqus