Monrose - Temptation - Cover
Große Ansicht

Monrose Temptation


  • Label: Starwatch/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit über 35% Marktanteil war die neueste Staffel Popstars ein voller Erfolg. Entgegen aller Unkenrufe über das ausgelutschte Format und mangelhafter Fähigkeiten der gecasteten Marionetten, haben doch rund 4,5 Millionen Woche für Woche und letztendlich dem Finale der Show entgegengefiebert. Selbst der eine oder andere, der mit dem Format nichts anfangen konnte, ließ sich von den „neuen Engeln“ fesseln und musste konstatieren, das die Favoriten der Sendung teilweise nicht nur hübsch aussehen, sondern auch zu singen vermögen, wenn man vom intensiven Gesangscoaching, das die Bandhaus-Bewohner bekommen haben, einmal absieht. Nachdem die diesjährigen Juroren Detlef D. Soost, Nina Hagen und Dieter Falk Senna Guemmor und Bahar Kizil am 23. November bereits als Gewinner präsentiert hatten, begann für den Rest das große Zittern und schlussendlich machte Mandy Capristo im Telefonvoting das Rennen um einen Platz in der Girlgroup Monrose.

Wie es sich nun gehört, ließ die erste Single nicht lange auf sich warten und erschien eine Woche später. Das nach „Shame“ jedoch 7 Tage später das Album folgt, erweist sich aufgrund des herannahenden Weihnachtsfestes natürlich als logische Konsequenz, ist auf künstlerischer Ebene allerdings eine Bankrotterklärung auf der die drei Mädels unter Wert verkauft werden, denn eine derart schnarchlangweilige Performance hat man in den Vorentscheidungen nicht erlebt. Klar, Fans werden „Temptation“ trotzdem über den grünen Klee loben, was jedoch nichts an der Tatsache ändert wird, dass das Debüt der neuen Popstars nach wenigen Monaten aufgrund seiner extremen Kurzlebigkeit trotzdem im Regal verschwinden wird.

Das liegt vor allem an der Abkupferung bei amerikanischen R&B-Künstlern wie Christina Milian, Jennifer Lopez oder dem Werk der jüngeren Mariah Carey, was eine unnötige Verunglimpfung der Authentizität des Dreiers darstellt, mit der z.B. wenigstens die No Angels neben der 08/15-Popsongs punkten konnten. Dadurch schunkeln sich Senna, Mandy und Bahar durch balladeskes Musikgut („Even heaven cries“, „Love don´t come easy“, „Your love is right over me“, „Live life get by“), geben sich der Tough Girl-Attitüde nebst oft gehörter R&B-Rhythmen hin („Oh la la“, „No“, „I´m gonna freak ya“, „Do that dance“) oder versuchen sich mit knalligem Popmelodien, die radiokonform („Shame“) oder einfach nur zähflüssig aus den Lautsprechern schleichen („Work it“).

„2 of a kind“ erinnert sogar durch seinen pumpenden und kratzigen Beats an „Maneater“ von Nelly Furtado und das technoide „Push up on me“ hat außer seinen gähnenden Aufbau nur nerviges Gestöhne, das sogar Paris Hilton Konkurrenz machen könnte, zu bieten. Nach einigen Durchgängen stellt sich natürlich die Frage, ob „Temptation“ nun eine Enttäuschung ist oder einfach nur eine verschenkte Chance. Letzteres trifft aufgrund mancher Darbietung der drei Mädels in den Shows sicherlich eher zu, doch letztendlich kann man der Aussage Detlef D. Soosts bedenkenlos zustimmen, der in einer der Sendungen gemeint hat: „Nur singen alleine reicht nicht.“

Anspieltipps:

  • No
  • Shame
  • 2 Of A Kind
Neue Kritiken im Genre „Pop“
6/10

Beautiful Trauma
  • 2017    
6.5/10

Listen Without Prejudice Vol. 1 / MTV Unplugged
  • 2017    
Diskutiere über „Monrose“
comments powered by Disqus