Babyshambles - The Blinding EP - Cover
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Babyshambles The Blinding EP


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 17 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach zwei gelungenen Alben waren die Libertines schon wieder Geschichte und Pete Dohertys erstes Kapitel geschlossen. Seine exzentrische Persönlichkeit und endloser Drogenkonsum zerlegen ihn, von englischen Gerichten mal ganz abgesehen, nach und nach in seine Einzelteile. Daran ändern auch Entziehungskuren und eine zeitweilig aufblitzende Beständigkeit als Frontman und Chefdenker seiner neuen Band Babyshambles nichts, denn dieser Mann scheint mit Freundin/Ex-Freundin/Freundin/... Kate Moss genüsslich in die Klinge des Sensenmannes zu laufen.

Ein freundlich empfangenes Debüt mit dem Namen „Down In Albion“ ließ trotz teilweise gelungener, rauer Genre-Vielfalt nur den Entschluss zu, dass sich hier ganz in bester Voyeur-Manier am Untergang eines ehemals kreativen Songschreibers ergötzt wird. Musikalisch herausragend ist das nicht, sondern lediglich die Beobachtung einer gefühlten Nicht-Existenz. Als Einstand beim Major-Label kommt zum florierenden Weihnachtsgeschäft eine mager bestückte EP auf den Markt, die aufgrund einer Spielzeit von unter 20 Minuten nicht einmal den Namen verdient. Neben all den Schlagzeilen und exzessiv wiederkehrenden Konzertabsagen ist es doch glatt verwunderlich, Pete Doherty und seine drei Mitstreiter in Form eines Tonträgers zu begutachten. Damit konnte man nun wirklich nicht rechnen...

Fünf Songs sind es schließlich geworden, von denen „The Blinding“ freudig losrumpelt und dank seinem musikalisch tighten Gefüge für Laune sorgt. Pete Doherty ist wie erwartet neben der Spur und entfernt sich immer mehr davon, mit seiner Stimme auch nur irgendetwas auszudrücken. Mit leichten Soul-Anleihen verhallt „Love You But You´re Green“ ziemlich schnell, während das Ska-Stück „I Wish“ ein gewisses südamerikanisches Flair versprüht und galant um die Ecke kommt. Harmonische Singalongs und die einschmeichelnden Gitarren in „Beg, Steal Or Borrow“ werten den durch mäßiges Songwriting enttäuschenden Gesamteindruck noch einmal auf, bis das schwankend glückselige „Sedative“ die letzten verbliebenen Lichter ausknipst.

Und als nüchternes Resümee: Für die Leute, die immer noch zu Pete Doherty und den Babyshambles stehen, ist diese EP aus Sympathiegründen für einen von allen guten Geistern verlassenen jungen Mann ein Ohr wert, für alle anderen eine nicht weiter interessante Veröffentlichung.

Anspieltipps:

  • The Blinding
  • Beg, Steal Or Borrow
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