Elis - Griefshire - Cover
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Elis Griefshire


  • Label: Napalm Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Über dem neuen Werk der Liechtensteiner/Schweizer-Formation Elis liegt schwere Trauer und das nicht nur des Titels wegen. Pete Streit (Gitarre), Christian Gruber (Gitarre), Tom Saxer (Bass) und Max Näscher (Schlagzeug) haben nämlich ihre Sängerin Sabine Dünser während der Arbeiten zur dritten Veröffentlichung verloren, da sie während Proben an den Folgen einer Gehirnblutung starb. Dieser Schicksalsschlag veränderte nicht nur den weiteren Weg des ehemaligen Fünfers, der zwischenzeitlich aufgrund dessen und um Rücksicht auf die Angehörigen zu nehmen aufhören wollte, sich dann aber doch dazu entschloss nach einem neuen Mitglied zu suchen, das den vakanten Posten mit derselben Inbrunst fortsetzt wie ihre im zarten Alter von 29 verstorbene Frontdame, sondern konstruiert auf „Griefshire“ außerdem eine komplett eigene und vergängliche Stimmung.

Ausschlaggebend dafür ist natürlich vor allem die klare Stimme von Sabine, die sich sirenenartig gleich in mehrere Ganglien im Nervenzentrum einbrennt und wie schon auf den Vorgängern „God´s silence, devil´s temptation“ (2003) und „Dark clouds in a perfect sky“ (2004) mit dem leicht kindlichen Timbre einen Gegensatz zum düsteren Ambiente der übrigen Konzept-Platte schafft, die von einer Gemeinde handelt, die einer Sekte verfallen ist. Die Hauptprotagonisten sind zwei Brüder, die von ihrer Gesinnung gegensätzlicher nicht sein könnten. So althergebracht und langweilig das auch klingen mag, so spannend und packend wurde die Geschichte mit großem Abwechslungsreichtum umgesetzt. Idee und Ausführung von „Griefshire“ stammen von Fräulein Dünser und wurden in 12 Tracks, von denen jeder ein eigenes Kapitel oder einen Handlungsstrang darstellt, in den unterschiedlichsten Nuancen eingespielt.

So erklingt ein breites Instrumentarium, das sowohl Moderne und Vergangenheit mit einbezieht (E-Gitarre, Schlagzeug, Streicher, Glockenspiel) und die unterschiedlichsten Färbungen erzeugt, ein etwas kleinerer Chor und nicht zu vergessen die Mischung aus härteren, balladesken und Midtempo-Stücken, die die Platte erst zu einer niemals langweilig werdenden Angelegenheit macht. Angefangen vom unheilvollen Beginn mit Gewitter und Regenguss, bis hin zur amtlichen Produktion und einer leider nicht mehr unter uns weilenden Singstimme, ist die kleine musikalische Oper „Griefshire“ eine Vollbedienung für jeden Genre-Fan.

Anspieltipps:

  • Brothers
  • Innocent Hearts
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