Soundtrack - Children Of Men - Cover
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Soundtrack Children Of Men


  • Label: Colosseum/Rough Trade
  • Laufzeit: 70 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die düstere Science-Fiction Mär „Children of men“, die Alfonso Cuarón nach seiner Arbeit zu „Harry Potter und der Gefangene von Azkaban“ unter seine Fittiche genommen hat, spaltet die Meinungen der Kritiker. Die einen empfinden die Geschichte der letzten schwangeren Frau, die das Überleben der Menschheit sichern und von Theodor Faron (Clive Owen, „Hautnah“, „Sin City“) beschützt werden soll als kompletten Humbug mit fehlender Aussage und die anderen ergötzen sich an den prachtvoll in Szene gesetzten Bildern, die an das Endzeitszenario hervorragend angepasst wurden und vergessen dabei eben den einen oder anderen Handlungsschnitzer.

Wie in etwa beim Film selbst, so gibt es auch beim zugehörigen Soundtrack 2 verschiedene Kategorien, an denen sich die Geister scheiden werden. Zuerst besteht da die sicherlich umsatzstärkere Version mit einer Zusammenstellung von Bands wie King Crimson („In the court of the crimson king“), Deep Purple („Hush“), John Lennon („Bring on the Lucie“) oder den Libertines (“Arbeit macht frei“) und zusätzlich hat Cuarón den religiösen Orgelspieler und Komponisten John Kenneth Tavener dazu angewiesen ein paar klassische Stücke seinem Opus auf den Leib zu schneidern.

Herausgekommen sind sechs Kompositionen, die sich allesamt aus opernhafter Frauenstimme und Orchesteruntermalung zusammensetzen und für den einen oder anderen Klassik-Fan durchaus interessant sein könnten, denn die einzelnen Stücke hat Taverner nicht nur schnell auf ein Blatt Papier gekritzelt, sondern hat seine Auftragsarbeit durchaus ernst genommen, was auch dem Hörgenuss förderlich ist. „Song of the angel“ nervt bisweilen zwar mit langgezogenem Halleluja-Geplärre, dafür ist der Rest handgemacht und solide.

Als Draufgabe gibt es noch die Dichtung „War, he sung, is toil and trouble“ aus dem Oratorium „Alexanderfest“ von Georg Friedrich Händel, das Lied „Nun will die Sonn´ so hell aufgeh´n“ aus dem Liederzyklus „Kindertotenlieder“ von Gustav Mahler und den einzigen herausfallenden und außerdem etwas zwiespältigen Beitrag „Threnody for the victims of Hiroshima“ des postseriellen Komponisten Krzysztof Penderecki, da es der einzige ist, der sich der Zwölftonmusik annimmt, die sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Dennoch ein runder und willkommener Beitrag zu einem Kinostreifen, über den sich jeder sein eigenes Bild machen sollte.

Anspieltipps:

  • The Lamb
  • Mother And Child
  • War, He Sung, Is Toil And Trouble
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