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Soundtrack Spiel auf Bewährung


  • Label: Colosseum/Rough Trade
  • Laufzeit: 55 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass Profiwrestler Dwayne “The Rock” Johnson einmal ernsthaft als Schauspieler angesehen wird, hätte man nach seinen ersten Ausflügen in „Die Mumie kehrt zurück“ und „Scorpion King“, in denen er mit starrer Miene und gezückten Muskeln durch das Bild stakste, nicht gedacht. Doch nach seinem Auftritt als schwuler Bodyguard war nicht nur klar, dass der Muskelprotz auch Gefühle zeigen kann, sondern außerdem offenbarte der 1,92m Hüne mehrere variable Gesichtszüge als nur einen einzigen vereisten grimmigen Blick, den er sonst immer zeigen durfte.

Die nächste Rolle ließ dahingehend nicht lange auf sich warten und schon war Dwayne Johnson Sean Porter, ein Aufseher in einem Jugendgefängnis, der den Straffälligen durch eine Partie Football das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken möchte um sie dadurch möglicherweise davor zu bewahren nach der Entlassung erschossen zu werden oder wieder in der Justizanstalt zu landen.

Für die musikalische Rückendeckung sorgte Trevor Rabin, der sich mit seinen Kompositionen zu adrenalingetränkten und actionreichen Filmen („Nur noch 60 Sekunden“, „Das Vermächtnis der Tempelritter“) bereits einen Namen gemacht hat. Für den Streifen „Spiel auf Bewährung“, das im englischen „Gridiron gang“ heißt, hat sich der ehemalige Yes-Gitarrist jedoch von der ansonst fetzigen Untermalung losgesagt und setzt weniger auf elektronische Effekte denn auf Orchester und pompöse Inszenierung. Was anfänglich jedoch noch recht ungezwungen, durchschnittlich und gleichgültig durch den Äther säuselt („Camp Kilpatrick“, „Sorry, Football is over“, „Roger´s dead“), zwischenzeitlich aufgrund seiner Langatmigkeit, Wiederholungen und schwelgerischen Gebärden ins Nirvana driftet („Training day“, „Rap up“, „Flowers“, „Junior“), nimmt kurz vor Schluss noch einmal ein wenig Anlauf („Celebration epilogue“, „We´re better than this “, „Calvin gets shot“) nur um sich auf ein Neues zu zitieren und alles an Fanfaren und bombastischen, kitschigen Ballast anzubieten was nur möglich ist („We´re better than this “, „Forgiveness“, „Junior returns“).

Gemeinsam mit dem Film mögen die einzelnen Stücke ja wirken, aber gesondert davon betrachtet ist der Soundtrack zu „Spiel auf Bewährung“ durch seine Behäbigkeit und seine rar gesäten Spannungsmomente und der fehlenden Intensität, die lediglich durch Klischees erreicht wird, welche bereits hundert Mal in jedem x-beliebigen Streifen vorgekommen sind, ein beinahe durchwegs unbrauchbarer, auf CD gepresster Beitrag Filmmusik.

Anspieltipps:

  • Celebration Epilogue
  • We´re Better Than This
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