Soundtrack - Texas Chainsaw Massacre: The Beginning - Cover
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Soundtrack Texas Chainsaw Massacre: The Beginning


  • Label: Colosseum/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn das mal kein Schuss in den Ofen war. Zuerst wird das Remake des 1974er Originals „Texas Chainsaw Massacre“ mit einer mehr schlechten als rechten Inszenierung neu aufgelegt und mit Jessica Biel als knapp bekleidete Beauty, die ums Überleben kämpft, besetzt um (der männlichen Klientel) wenigstens irgendetwas zu bieten, was einen Kinogang rechtfertigt und dann erhält die Fortsetzung, die bei der Geburt von „Leatherface“ ansetzen will und sinnvoll den Untertitel „The beginning“ bekommen hat, aufgrund der Gewaltszenen keine Freigabe in Deutschland und wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Musik zum Schocker lässt sich davon allerdings nicht unterkriegen und bleibt ihrem Termin treu. Darauf präsentiert Steve Jablonsky („Chicken Run“, „Pearl Harbor“) einen packenden, teilweise alptraumhaften Score, der zwar nicht an seinen grandiosen Beitrag zu „Die Insel“ heranreicht, jedoch die Grundidee eines jeden Horrorfilms, nämlich die den Zuseher in Angst und Schrecken zu versetzen, nie aus den Augen verliert. Das vollbringt der 35jährige durch den Einsatz von furchteinflößenden Vibrato-Streichern, die gut und gerne von einer nervenzerfetzenden, abrupten Einspielung unterbrochen werden, nur um die Musik kurz danach wieder in eine bedrückende Atmosphäre ausbrechen zu lassen.

Das Gefühl, an jeder Ecke könnte die nächste Gefahr lauern, transportiert Jablonsky ohne aufgesetzten Orchestergestus, der bereits in anderen Horrorfilmen zur Genüge vorgekommen ist, sondern er jagt den Hörer lieber von einem Höhepunkt zum nächsten, bis dieser schweißgebadet vor den Lautsprechern sitzt. Bestes Beispiel hierfür der Track „Mama´s house“, in dem seelenruhig eine Uhr vor sich hin tickt und die anfangs zurückhaltenden Streicher plötzlich aufgescheucht werden, dann doch wieder unbeeindruckt weiterspielen, langsam ausklingen und erneut schrill aufkreischen. Was sich auf dem Papier möglicherweise uninspiriert anhört, ist jedoch Kopfkino pur.

Einzig und allein die unglücklichen Titel, die zuviel über den Verlauf der Story preis geben („Eric´s death“, „Attempted rescue“, „Dean´s death“), hätten ein wenig geschickter gewählt werden können und so manches musikalische Selbstzitat wäre sicherlich zu umgehen gewesen, doch schlussendlich ändert das nichts an der Tatsache, das Steve Jablonsky durch variablen Einsatz der Instrumente und elektronischer Effekte ein kleine Perle mit winzigen Schönheitsfehlern im Bereich des Horrorfilmmusikgenres gelungen ist.

Anspieltipps:

  • Birth
  • Dinner
  • Chainsaw
  • Mama´s House
  • Attempted Rescue
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