50 Cent - Curtis - Cover
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50 Cent Curtis


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der millionenschwere Geschäftsmann Curtis Jackson hat das Ghetto verlassen – und das hört man sehr deutlich.

Es war scheinbar alles terminiert und in trockenen Tüchern: „Before I Self-Destruct”, das dritte Solo-Majoralbum von Superstar 50 Cent, sollte nach den Vorstellungen des Rappers im März 2007 auf die HipHop-Welt losgelassen werden. Aber Pustekuchen! Aus März wurde Juni und der Titel änderte sich in „Curtis SSK“. Dass auch daraus nichts geworden ist, ist hinlänglich bekannt. Denn inzwischen haben wir September und erst jetzt kommt das endgültig „Curtis“ betitelte Werk auf den Markt.

Wie es der Zufall so will, erscheint „Curtis“ zeitgleich mit dem neuen Album von R&B-Star Kanye West („Graduation“), mit dem Curtis Jackson – so der bürgerliche Name von 50 Cent – ein persönliches Problem zu haben scheint. Zumindest wurde im Vorfeld der Veröffentlichungen mächtig die Werbetrommel gerührt und 50 Cent ließ sich zu der Aussage hinreißen, dass er seine Musikkarriere an den Nagel hängen würde, sollte „Curtis“ weniger Einheiten verkaufen als „Graduation“. Vielleicht muss 50 Cent diesen Schritt tatsächlich tun, sollte das mit hochkarätigen Gast-Features aufgebrezelte Album scheitern. Einmal Luft anhalten bitte: Auf „Curtis“ tummeln sich Eminem, Akon, Justin Timberlake, Mary J. Blige, Robin Thicke, Young Buck, Nicole Scherzinger (Pussycat Dolls) sowie Dr. Dre und Timbaland. Wenn da nichts geht, geht nie mehr was.

Und siehe da, 50 Cent tut sich in der Tat ziemlich schwer mit den 17 Tracks seines aktuellen Outputs, der die überwiegende Spielzeit nur eine Geschwindigkeit zu kennen scheint: betuliches Midtempo, über das altbackene Beats und Grooves sowie 08/15-Raps geschraubt wurden, mit denen Fifty seinen Status nur schwer verteidigen wird. Zu offensichtlich sind die Kollaborationen mit den zurzeit so angesagten Justin Timberlake und Nicole Scherzinger. Und die Herren Dr. Dre und Timbaland haben auch schon überzeugendere Argumente aus ihren Beat-Baukästen gezaubert.

Der millionenschwere Geschäftsmann Curtis Jackson hat das Ghetto verlassen – und das hört man sehr deutlich. Krampfhaft versucht er Street Credibility („Touch the sky“) und poppiges Hitparadenmaterial zu kombinieren („Ayo technology“), um jeden zufrieden zu stellen. Aber so funktioniert das nicht. Fiftys Flow ist zahnlos und folgerichtig ohne den Biss eines Rappers von der Straße. Und mal ehrlich: Welcher Teenager kann sich mit einem selbstzufriedenen Superstar identifizieren, der im Designeranzug und mit Luxusuhren im Gegenwert eines Kleinwagens posiert? Dieses Spielchen klappt nur solange, wie die Musik im Fordergrund steht und unantastbar ist. Und das gelingt 50 Cent auf einem enttäuschenden, weil nur durchschnittlichen Album absolut nicht.

Anspieltipps:

  • Peep show
  • My gun go off
  • Straight to the bank
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