The Brandos - Over The Border - Cover
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The Brandos Over The Border


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
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Die Fangemeinde dürfte für die zehn neuen Songs dankbar sein.

Mit der amerikanischen Roots-Rock-Band The Brandos lassen sich verschiedene Umstände in Verbindung bringen, die eine nicht untypische Karriere im Musikgeschäft widerspiegeln: Ständige Line-up-Wechsel, Streitigkeiten mit diversen Plattenfirmen, nicht veröffentlichte Alben, eine treue Fan-Schar, gute Kritiken von der Presse, aber stark überschaubare Verkaufszahlen und deshalb vermehrter Bestandteil vieler Plattendealer-Grabbeltische.

Nachdem im Oktober 1998 mit „Nowhere Zone“ das vorerst letzte Studioalbum der New Yorker, die sich nach Schauspieler-Ikone Marlon Brando benannten, erschien, ist die Gruppe um die Gründungsväter Dave Kincaid (Gesang, Gitarren) und Ernie Mendillo (Bass) nun völlig überraschend wieder zurück. Nach ihrem Deal bei SPV Records in Hannover, haben The Brandos für ihr Comebackwerk, „Over The Border“, ebenfalls bei einer deutschen Firma unterschrieben und starten nun beim kleinen, aber feinen Speziallabel Blue Rose Records aus dem baden-württembergischen Abstatt, dem vom Artist Rooster her perfekten Partner, durch.

Das sechste Studiowerk der seit 1986 aktiven Band vermeidet sämtliche Experimente und geht keine Kompromisse ein. Will heißen, das Quintett (neben den Herren Kincaid und Mendillo spielen Frank Funaro an den Drums, Andy Burton an der Hammond Orgel und Jerry O’Sullivan ist der Fachmann für „Pipes & Whistles“) macht genau das, für was es seit 20 Jahren bekannt ist: Urwüchsigen Roots-Rock bzw. Americana, der gleich bei den Openern „Over the border“, „Walking home“ und „The only love I can get“ in alter Hymnen-Manier á la „Gettysburg“ oder „The light of the day“ zündet.

Weiter geht’s mit einer Art Surfersong („She’s the one“), drei Coverversionen (das schunkelige „Dino’s song“ von Dino Valente, das krachende „He’s waiting” von The Sonics und als Schlusssong das hinreichend bekannte „Guantanemera“) sowie jeder Menge klassischem Brandos-Material, das bis auf wenige Ausnahmen („Let it go“) Erinnerungen an alte Zeiten hervorruft, als die Band an der Schwelle stand, den großen kommerziellen Durchbruch zu schaffen, der ihr bis heute verwehrt blieb. Daran wird sich zwar auch heuer nichts ändern, aber die Fangemeinde dürfte für die zehn neuen Songs dankbar sein, die kein alles überragendes Werk darstellen, aber dennoch weit über dem Durchschnitt rangieren.

Anspieltipps:

  • He’s waiting
  • She’s the one
  • Over the border
  • Merrily kissed the Quaker/The New York volunteer
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