Krypteria - Bloodangel´s Cry - Cover
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Krypteria Bloodangel´s Cry


  • Label: Synergy Rec./EMI
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein bisschen merkwürdig ist es schon, wenn Redakteure ganz bestimmter Musikzeitschriften im Auftrag einer Band oder einer Plattenfirma den obligatorischen und gewohnt hymnischen Presse-Waschzettel zu einer Platte verfassen und wenig später besagte Werke in den Rezensionen eben jener Zeitschriften himmelhochjauchzend abfeiern dürfen. Das zeugt weder von Fingerspitzengefühl, noch von einer gewissen Neutralität, die der Leser von einem Magazin schlicht und einfach erwarten darf. Und so wiederholt sich der vermeintliche Spaß nach dem letzten Rammstein-Album „Rosenrot“, nun auch bei der neuen CD von Krypteria, „Bloodangel’s Cry“.

Anfänglich war Krypteria als reines Studioprojekt der Kölner Musiker Chris Siemons (Gitarre), Frank Stumvoll (Bass) und S.C. Kuschnerus (Drums) gedacht, das im Jahr 2003 mit seinem selbstbetitelten Debütalbum auf der Bildfläche erschien. Bekannt wurde das Projekt durch den Titel „Liberatio“, der Ende 2004 auf Anfrage des Fernsehsenders RTL als Benefiz-Single zugunsten der Tsunami-Opfer ausgekoppelt wurde. Die Single verkaufte sich äußerst gut und bescherte Krypteria eine Gold-Auszeichnung in Deutschland. Mitte 2005 folgte das zweite Album „In Medias Res“, das vor allem im asiatischen Raum großen Anklang fand. Das liegt vielleicht am Neuzugang im Hause Krypteria. Denn mit der koreanischen Sängerin Ji-In erhält das Projekt ein (attraktives) Gesicht und wird zu einer richtigen Band.

Mit ihrer 2006er EP „Evolution Principle“ nahmen Krypteria eine stilistische Kurskorrektur vor und ebneten mit sechsmonatiger Studioarbeit den Weg für das neue Album „Bloodangel’s Cry“, mit dem die Band den zurzeit etwas verwaisten Gothic-Metal-Thron anstrebt. Und tatsächlich, mit der glockenhellen Stimme Ji-Ins, harten Metal-Gitarren und bombastischen Arrangements, befinden wir uns plötzlich in den Gefilden von Nightwish und Within Temptation. Sprich, einer Spielweise, die selten so extrem ist, dass man die Songs nicht als Single auskoppeln könnte. Damit dürfte sich das Entsetzen ob des Stilwechsels bei der Plattenfirma einigermaßen in Grenzen halten. Allerdings fehlt den Songs auf „Bloodangel’s Cry“ auf Dauer das Potenzial, sich von der Masse abzuheben. Das soll nicht heißen, dass das Album schlecht wäre, aber es liefert trotz eines starken Mittelparts eben nur wenige Gründe, weshalb Krypteria auf einmal das nächste große Ding im Gothic-Metal sein sollten.

Anspieltipps:

  • Lost
  • Scream
  • Out of tears
  • Somebody save me
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