Therion - Gothic Kabbalah - Cover
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Therion Gothic Kabbalah


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 78 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Weglassen der etwas schwächeren Songs ist „Gothic Kabbalah“ uneingeschränkt zu genießen.

Therion-Gründer Christofer Johnsson (Gesang, Gitarre) hat es sich anscheinend zur Aufgabe genommen, nach „Theli“ (08/1996) und der damit einhergehenden Abkehr vom Death hin zum Symphonic Metal seine Fans beinahe jedes Jahr mit einer neuen Veröffentlichung zu beglücken. Mit dem Doppel-Album „Lemuria/Sirius B“ (10/2004) wurden jedoch nicht nur wieder härtere Töne angeschlagen, sondern auch der Gegenwert für den geneigten Käufer stieg in ungeahnte Sphären, denn auf dem vier DVDs und zwei CDs umfassenden Paket „Celebrators of becoming“ (05/2006) gab es in über zehn Stunden nicht nur Live-Material zu bestaunen, sondern auch unter anderem Studio-Einblicke, Videos und den Film „The golden embrace“.

Acht Monate später ist es allerdings wieder soweit und eine weitere Doppel-CD namens „Gothic Kabbalah“ erscheint mit 15 neuen Tracks. Johnsson scheint vom Ausspruch „Weniger ist mehr“ wohl nicht sehr viel zu halten, obwohl die Trennung auf zwei Silberlinge eher musikalischer denn technischer Natur ist, da alle Stücke problemlos auf eine Scheibe gepasst hätten. Der Unterschied zwischen den beiden Platten ist nämlich, dass Nummer zwei deutlich härter zur Sache geht und wesentlich heftiger rockt, wobei sich der acht Songs umfassende erste Teil größtenteils im mittleren Geschwindigkeitsbereich bewegt.

Stilistisch verschaffen sich Therion, zur Zeit neben Johnssson bestehend aus Mats Leven (Gesang), Kristian Niemann (Gitarre), Johan Niemann (Bass), Petter Karlsson (Schlagzeug) und den Sänger/Innen Snowy Shaw und Karin Fjellander, in ihrer Sparte zu anderen Genrevertretern mit dem neuen Werk einen noch größeren Abstand, denn die Vielfalt auf „Gothic Kabbalah“ ist im Gegensatz zu diesen um einen Tick erfrischender und reichhaltiger. Da geht es entweder mit kerniger Power zur Sache oder bombastischer Heavy Metal wechselt sich mit symphonischen Elementen und opernhaftem Gesang ab, der wiederum in klassische Gefilde abdriftet und das Wort episch in Großbuchstaben präsentiert.

So darf der Hörer einen großartigen Refrain in „Perennial sophia“ entdecken, „Wand of Abaris“ versprüht im Refrain neben Tonleitergequieke, das sich danach in einen wesentlich stimmigeren Teil auflöst, mit einer zauberhaften Melodie winterliche Stimmung, der Titeltrack reißt in Richtung Jethro Tull mit Flötenspiel der Marke Ian Anderson aus und das sich über 12 Minuten erstreckende „Adulruna redivivia“ definiert das Genre in all seinen Facetten mit einem wunderschönen Aufbau, wodurch die Spannung aufrecht erhalten wird. Das Therion im Bereich Death Metal unterwegs waren, ist außerdem hin und wieder im Hintergrund zu vernehmen, wenn z.B. in „T.O.F. – The trinity“, „Mitternacht Löwe“ oder „Chain of Minerva“, das Orchester und die übrigen Instrumente von tieftönenden Growls begleitet werden.

Dennoch ergibt sich ein Kritikpunkt, der dem durchaus innovativen Material einiger Tracks das Herzblut aussaugt, da so manche übereifrige Instrumentenspielerei oder in die Länge gezogenen Gesangsparts dem abwechslungsreichen Geschehen einen Dämpfer versetzen und zur Geduldsprobe für den Hörer wird. Zum Glück passiert dies nicht allzu oft, mit dem Weglassen der etwas schwächeren Songs ist „Gothic Kabbalah“ dann allerdings uneingeschränkt zu genießen.

Anspieltipps:

  • Tuna 1613
  • Gothic Kabbalah
  • The Falling Stone
  • Chain Of Minerva
  • Adulruna Redivivia
  • The Path To Arcady
  • The Wisdom And The Cage
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