Mos Def - Tru3 Magic - Cover
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Mos Def Tru3 Magic


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Please Ladies and Gentlemen, stand up for „the undeniable, most incredible, true magic” Mr. Boggie Man aka Mos Def aka Dante Terrell Smith. Mos Def ist zurück on stage und kehrt, zumindest für sein neues Album, dem Filmbusiness erst einmal den Rücken zu. Nach unzähligen Filmrollen wie zum Beispiel „16 Blocks“ (neben Bruce Willis), „The Italian Job“ (u.a. mit Charlize Theron und Mark Wahlberg), Brown Sugar und Monster’s Ball (u.a. mit Halle Berry und Billy Bob Thornton) sowie seinem Broadway-Auftritt in „Top Dog/Underdog“, veröffentlicht Mos nun sein bereits drittes Studioalbum namens „Tru3 Magic“. Mighty Mos lässt auf seinem neuen Werk die magische Ausgelassenheit der neunziger Jahre noch einmal aufleben und kombiniert „true HipHop“ mit funkigen, souligen und jazzigen Elementen. Doch im Gegensatz zu seinem vorigen Werk „The New Danger“, welches mit Rock-, Prog- und Soul-Einflüssen vollgestopft war, konzentriert sich Mos auf seinem neuen Album auf seine erste Liebe, dem HipHop.

Mit clubtauglichen und basslastigen Beats präsentiert Def mit genial verknüpften Piano-, Trompeten-, E-Gitarren- und Reggae-Elementen ein 14 Lieder starkes Album, welches unter anderen von The Neptunes, Rich Harrison, Minnesota, Epik und Preservation produziert wurde. Dass „Tru3 Magic“ nur die Rückkehr zu den wahren HipHop Wurzeln ist, ist allerdings stark untertrieben. Denn Mos Def war noch nie ein gewöhnlicher MC, der nur den wahren HipHop verfolgt. Bereits mit seinem „Universal Magnetic“, das 1996 veröffentlich wurde, zeigte Mos sich von seiner Jazz-Seite und avancierte damit zum Helden des Underground. Das gemeinsame Kollabo-Album mit Talib Kweli „Mos Def and Talib Kweli Are... Black Star“ sowie sein 1999er Debüt „Black On Both Sides“ zählen bis heute zu einen der besten HipHop-Alben unserer Zeit.

„Tru3 Magic“ erreicht diesen Status leider nicht ganz, ist allerdings ein Werk, wie man es nur selten zu hören bekommt. Denn Mos Def zeigt sich sehr experimentierfreudig, was sowohl die Beats als auch seine Reime und seinen Gesang angeht. Die 14 entstandenen Tracks sind, wenn man sie von der musikalischen Seite betrachtet, die Creme de la Creme. Doch Hörer, die lieber eine ausgewählte Musikrichtung hören, werden sich mit Mos Defs Drittwerk nicht anfreunden können.

„Tru3 Magic“ beginnt mit dem Song „True magic“, welches für einen Einführungstrack gut geeignet ist und Mos Defs MC-Seite präsentiert. Das darauffolgende „Undeniable“ unterstreicht Boggie Mans Können, wenn es ums Reimen geht („You see I come into the party with a b-boy stance/I rock on the mic and the world want dance/fly like a dove/that come from up above/I’m rockin on the mic and you can call me Mos Love”) und ist mit einem souligen Reggaerefrain und einem mit E-Gitarren-Elementen unterlegten Beat, einer der stärksten Songs auf „Tru3 Magic“. In „Crime & Medicine” beweist Mos, wie vielseitig sich ein Beat anhören kann und präsentiert einen richtigen „head to the left, head to the right“-Song, der anschließend mit verrückten Scratch-Einlagen in „A Ha“ fortgesetzt wird.

Einer der bedeutsamsten und wichtigsten Songs ist eindeutig „Dollar day“, indem Mos sich mit dem Hurrikan Katrina in New Orleans auseinandersetzt und Bush und die Regierung heftig kritisiert, da diese zu langsam reagiert haben („It’s dollar day in New Orleans, It’s where there water everywhere and people dead in the street / And Mr. President’s a natural ass, he out treatin’ ni***s worse than they treat the trash“). Diesen Song performte Mos ebenfalls in New York City bei einem Spontan-Auftritt vor der Radio City Music Hall, woraufhin er für eine Nacht im Knast landete, da der Auftritt unerlaubt war. Von uns gibt es dafür nur fette Pluspunkte, denn die unverantwortliche Reaktion von Bush hat bisher noch niemand so deutlich angesprochen, wie Mos.

Weiterhin politisch zeigt sich Mighty Mos in „Murder of a teenager life“, indem er den sinnlosen Mord an einem Jugendlichen beschreibt und dabei von einem träumerischen Beat und Pianospiel begleitet wird. Die Unfähigkeit der Polizei Mordfälle zu lösen und die immer weiter abfallende Wirtschaft („The rent sky rockets and job prospects plummet/10 murders 10 days this summer“) spricht Mos in „Fake Bonanza“ an und fragt sich im anschließenden „Perfect Timing“: „who shot Biggie, Pac and Jam Master Jay?“. In „Fake bonanza“ kehrt Mos zu einem ruhigen und sinnlichen Old-School-Beat zurück, der am Ende in die Soulrichtung einschlägt. Mos Defs Laid-Back-Flow kann man auf „Lifetime“ bewundern, indem Mighty Mos seinen Gesang zum Besten gibt, den man mehr als das ein oder andere Mal auf „Tru3 Magic“ zu hören bekommt.

Weitere sehr gelungene Tracks von Mr. Dante Terrell Smith sind „U R the one“, „Napoleon dynamite“ und „Sun, moon, stars“. Neben true HipHop beweist Mos Def auf „Tru3 Magic“, weshalb er zu einem der vielseitigsten MCs zählt und lässt die Musik der neunziger Jahre nochmals aufleben. Definitiv findet man wahre Magie in dem neuen Werk von Mos Def, dem Grenzenbeschreiter des HipHop!

Anspieltipps

  • Undeniable
  • Crime & Medicine
  • Dollar Day
  • Napoleon Dinamite
  • Fake Bonanza
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