The Outline - You Smash It, Well Build Around - Cover
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The Outline You Smash It, Well Build Around


  • Label: Fearless Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Graham Fink, Ryan Rabin, Austen Lee und Max St. John? Man kann wahrscheinlich durch gesamte Städte laufen, ohne dass die Leute wissen, von wem man da eigentlich redet. Auch der hübsche Titel ihres Debüts „You Smash It, We’ll Build Around It“ ändert an der Ahnungslosigkeit der Befragten nichts. Wenn man Glück hat, klingelt es bei Spielern eines gewissen Rennspiels, wenn man die Single „Shotgun“ erwähnt. Eben mit diesem Lied gewann die Band einen Wettbewerb, womit ihr Lied in der Track-List des Spiels landete. Das war wohl Anlass genug für die vier jungen Amerikaner, einen Longplayer aufzunehmen. Ein bisschen hoch gegriffen? Nun, wer seine erste EP auf eigene Faust verkauft, traut sich schon mal einiges zu. Ein Label war schnell gefunden und so machten sich Frontmann Fink und Anhang an die Arbeit.

Was für Musik erwartet uns jetzt? Mit „Shotgun“ lieferte der Vierer eine schnörkellose Rocknummer mit Ohrwurmgarantie ab. Die Erwartungen seitens des Rezensenten sind also nicht klein. Mit treibendem Beat, Elektronik und einer vor sich hinschwebenden Gitarre werden wir auf dem Album begrüßt. Das klingt aber gar nicht nach den Jungs, die „Shotgun“ abgeliefert haben. Graham Finks ebenfalls treibende Stimme gibt dem Hörer endgültig den Rest. Ratlosigkeit macht sich breit, die nach gut 1½ Minuten umschwenkt. Da geben die Jungs von „The Outline“ plötzlich Gas und verprügeln ihre Instrumente geradezu, nur um uns wie aus allen Wolken fallen zu lassen, wie sich nach drei Minuten zeigt. Ein säuselnder Graham und ein fast schon schmachtender Background, die uns wieder in den rhythmischen Beat schmeißen. Dann noch einmal die Achterbahn hoch. Die Instrumente müssen noch einmal dran glauben, bevor der Opener, dessen Titel übrigens „Aesthetics“ lautet, den Hörer (der allerhöchstens die Nummer „Shotgun vorher kannte) fassungslos zurücklässt. Das war doch nicht schnörkellos. Aber wer fragt nach so einer tollen Gefühlsachterbahn nach Schnörkellosigkeit?

Weiter geht es mit einem Elektro-Keyboard-Intro bei „Life or life-like“, welches jedem Lied der Achtziger Ehre machen würde. Dann wird auch schon der Rest der Band aktiv. Alles schön eingängig und Graham schreit im Stile von „Shotgun“. Jetzt fühlt sich jeder Rockfan auf der Platte daheim. Der Folgetrack „Death to our enemies“ funktioniert eigentlich genauso, ohne gleich zu klingen. Beide Songs sind absolut tanzbar und machen mit ihren Achtzigeranklängen einfach nur Spaß. „Why we’re better now“ bietet dem Hörer eine Verschnaufpause. Der Song ist nicht wirklich etwas Besonderes. Die Jungs erfinden den Rock sowieso nicht neu, aber dieses Lied lässt sich doch zu arg in eine Spalte stecken. Das überhört der Fan aber total, da Nummer fünf auf der Scheibe nichts anderes ist, als die bekannte Auskopplung „Shotgun“. „My masked lust“ versucht es der eingängigen Rocknummer gleich zu tun, aber Elektronik ist wieder mit von der Partie (die Jungs haben ein echtes Faible für ihr Keyboard). Das Lied weiß besonders durch die Message des Refrains zu begeistern („But maybe if I punch you in the face; You know this is real“). Insgesamt weiß der Frontmann den Hörer mit sehr persönlichen und besonders realistischen Lyrics zu begeistern.

Soll man Track sieben lieber überspringen? Es folgt dieses ruhige Stück, was man irgendwie auf jedem Rockalbum findet. Der Rat des Rezensenten: Nein! Natürlich wird das Klischeekästchen wieder genährt, aber hier schafft der amerikanische Vierer es wieder, Gefühl rüberzubringen. Das ist schön und wie bereits erwähnt, sind diese Ruhepausen immer recht angenehm. „Sloppy drunk“ macht in gerade einmal 2½ Minuten noch mal darauf aufmerksam, dass man zu „The Outline“ tanzen und feiern kann. Mit „Perfect for the plain“ folgt ein Stück, in welchem Keyboarder Austen Lee wieder zulangen darf. Aber diesmal hört sich das gute Stück wie ein waschechtes Piano an und das gibt dem Stück eine unglaubliche Atmosphäre. Der eingängige Rock gepaart mit Pianoklängen ist einfach nur zum verlieben. Hier wird auch wieder ein klein wenig experimentiert. „Tragic times“ zieht sich ein wenig mit den schleppenden Strophen, aber ein Mitsingrefrain für Rockfreunde macht alles wett. Pause! „Interlude“ lässt einen das erste Mal wirklich im regen stehen. Man fühlt sich wie für eine Minute auf der leeren Eisfläche in einem Eishockeystadion abgestellt. Verabschieden tun sich die Jungs mit der klanghaften Nummer „Broadway and hurst“. Eingängiges Piano, ein einfacher Ohrwurmrefrain und die Tatsache, dass die Jungs diesmal nicht singen, sondern reden. Wer dem Englischen zur Genüge mächtig ist, ist einfach nur begeistert von dieser einfachen Geschichte. Absolut hörenswert!

„The Outline“ ist definitiv eine band die man im Auge behalten sollte, oder endlich mal ins Auge fassen sollte. Warum sollte Rockmusik neu erfunden werden, wenn sie so schön interpretiert werden kann, wie diese Band es tut. Natürlich gibt es noch den ein oder anderen Ausrutscher, aber wir reden hier von einem Debütalbum! Wenn die Linie noch klarer wird und der Vierer aus den Staaten nicht abhebt, ist wirklich Großes zu erwarten.

Anspieltipps:

  • Aesthetics
  • Shotgun
  • Perfect For The Plain
  • Broadway and Hurst
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