The Blood Arm - Lie Lover Lie - Cover
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The Blood Arm Lie Lover Lie


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

The Blood Arm heißt ein neuer kalifornischer Export, der mit verschrobenem Indie-Garagen-Rock versucht, Europa zu erobern. Viele Bands, besonders britische, sprießen jedoch momentan wie Pilze aus dem Boden, die alle einen ähnlichen ungeschliffenen Sound besitzen und bei denen Vergleiche mit den Strokes, den White Stripes und Franz Ferdinand nicht von der Hand zu weisen sind. Ein eigenständiger Sound ist also unerlässlich, um nicht schnell wieder in der Versenkung zu verschwinden. Mit Franz Ferdinand haben The Blood Arm aber schon mal hochkarätige Fans gefunden und wurden von jenen auch gleich fleißig supportet, so dass sie sich in Großbritannien bereits einen Namen machen konnten. Aber ist das auch in Deutschland möglich?

Zebastian Carlisle (Gitarre), Dyan Valdes (Keyboards), Zachary Amos (Schlagzeug) und der extrovertierte Frontmann Nathaniel Fregoso gehen zumindest mit der nötigen Unbefangenheit die Sache an und peitschen auf ihrem Debüt „Lie Lover Lie“ ab dem ersten Song nach vorne. Dabei wird die schrammelnde Gitarre stets von einem heiteren Piano begleitet und die Drums poltern Strokes/Ferdinand-Rhythmen zu Fregosos rauem, leicht verzerrtem Gesang. Die einzelnen Songs auf „Lie Lover Lie“ haben ihren eigenen Charakter jedoch können sie sich nicht dem Vergleich mit den britischen Konkurrenten verwehren. Dass die Scheibe rockt, davon war auszugehen, aber weil sie das fast ausschließlich tut, ist sie keine Platte, die für jede Stimmungslage etwas bereit hält – einzig „Arizona“ mindert das Tempo und verbreitet Country-Flair. So verschwindet „Lie Lover Lie“ zwar bald wieder aus dem CD-Player im Wohnbereich, auf der nächsten Party kann das Album seine Trümpfe aber wieder ausspielen und auch beim Autofahren lässt es keine Langeweile aufkommen.

Auf „Lie Lover Lie“ bieten The Blood Arm gewohnten britischen Indie-Rock, der durch Valdes’ Keyboard-Untermalung aufgepeppt wird und erfrischend ungehemmt wirkt. Auch textlich nimmt man sich nicht ganz so ernst: „I like all the girls and all the girls like me.“, ist nur eine von Fregosos selbstironischen Aussagen.

Das Album feiert sich selbst und als Hörer darf man sich da gerne anschließen. Man kann sich auch kaum der mitreißenden Stimmung entziehen. Ob sich The Blood Arm in Deutschland behaupten können, bleibt abzuwarten – mit einer entsprechenden Kampagne seitens Warner scheint es möglich.

Anspieltipps:

  • Stay Put!
  • Suspicious Character
  • Going To Arizona
  • Visionaries
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