The Stooges - The Weirdness - Cover
Große Ansicht

The Stooges The Weirdness


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Iggy Pop über das neue Album: „Klingt nach uns!“. Soll uns recht sein.

Nach genau 34 Jahren, gefühlten 20 Iggy Pop Soloalben, über 70 gemeinsamen Live-Auftritten mit seiner im Grunde eher berüchtigten als berühmten Ex-Band, sowie einer Zusammenarbeit bei Iggys 2003er Album „Skull Ring“ ist es endlich soweit: The Stooges präsentieren ihr viertes Studioalbum. Aber was tut man in 34 Jahren? Iggy überflutete in seiner Stooges-freien Zeit die Plattenläden mit Soloalben und zog neben den Stooges für das eben schon angesprochene Album „Skull Ring“ noch drei weitere Acts an Land, unter anderem Sum 41, mit denen er den zugegeben ganz netten Mitgrölsong „Little know it all“ aufnahm. Die Asheton Brüder versuchten sich als Musiker in eher mittelmäßigen Bands und so blieb es ihnen bis heute verwehrt, aus dem übergroß erscheinenden Schatten Iggys zu treten.

Ihr neues Machwerk deutet jedenfalls darauf hin, dass die Stooges über 30 Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung nichts, aber auch wirklich gar nichts an ihrer Art geändert haben, Musik zu machen. Entweder haben sie keine Lust dazu, viel eher scheint es aber als zwinge sie ihr Dasein als musikalische Dilettanten dazu. Rumpelrock vom Feinsten. All das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Gleich zu Beginn rockt die Band deftig drauf los, als wäre die Veröffentlichung von „Raw Power“ erst gestern gewesen. Auch literarische „Meisterstücke“ à la Iggy finden gleich im Opener „Trollin’“ ihren Platz: „I see your hair as energy / My dick is turning into as a tree“. Kaum ein Song vergeht, ohne dass „Poppy“ sein bestes Stück dermaßen anpreist, zu dem er ja sowieso ein beispielloses Verhältnis hat.

Aber nicht nur textlich haben einige Songs verblüffende Ähnlichkeit miteinander. Gleich der zweite Track „You can’t have friends“ bedient sich dem fast gleichen Riff, wie es in „Trollin’“ schon Verwendung findet. Iggy über die Stooges in den 70ern: „Wir hatten drei oder vier ganz einfache Riffs drauf“. Scheint sich nicht viel geändert zu haben. Leider erreicht die Platte bei der Vorabsingle (!!!) „My idea of fun“ ihren absoluten Tiefpunkt – viel schlechteren Altherrenrock gab es wohl noch nie zu hören. Der Song verschreckt den Hörer mit einem ganz schwachen Reim im Refrain („My idea of fun is killing everyone“) und plattem Gesang, das Ganze vermengt mit einem sauschlechten Gitarrensolo als i-Tüpfelchen. Aber gut. Seit wann soll es bei den Stooges große Gesangsmelodien geben? Vielmehr polarisiert ihre Art, vor allem ihre live Performance. Dabei wird die Musik so oder so zur Nebensache.

Dennoch machen sie wider Erwarten im Titeltrack „The weirdness“ fast alles richtig. Der Song wankt im langsamen Midtempo durch Iggys seichten Gesang und einen interessanten Rhythmus, gepaart mit einer jaulenden Gitarre hindurch. In Folge dessen macht die Band so gut wie keinen Fehler mehr, produziert aber auch wenig bis nichts wirklich Bleibendes. Solide ist wohl das richtige Wort. Hervorheben könnte man noch den Song „Mexican guy“, der durch ein starkes Gitarrensolo überzeugt. So richtig enttäuscht kann man aber auch nicht sein, denn wer hat hier wirklich ein großes Stück Musik erwartet? Wohl keiner. Iggy über das neue Album: „Klingt nach uns!“ Soll uns recht sein.

Anspieltipps:

  • The Weirdness
  • The End Of Christianity
  • Mexican Guy
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „The Stooges“
comments powered by Disqus