Brings - Hay! Hay! Hay! - Cover
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Brings Hay! Hay! Hay!


  • Label: Na klar/SonyBMG
  • Laufzeit: 51 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus! Vorbei! Die Hoffnung ist erloschen! Kölns ehemalige Vorzeigerockband Brings bekennt sich endgültig zum substanzlosen Festzeltbeschallen und vergrault damit auch den letzten Rest der alten Fangemeinde, die bis jetzt, treu-doof, Album um Album kaufte, immer mit der Erwartung, dass das mit der Hitsingle und dem gleichnamigen Album „Superjeilezick“ (2001) gerufene Partymusikgespenst irgendwann wieder verschwinden würde.

Dem ist leider nicht so. Es geht im rasanten Sturzflug weiter bergab, denn auch das neue Werk „Hay! Hay! Hay!“ (jetzt geben sich Brings nicht mal mehr beim Titel Mühe) knüpft nahtlos an die künstlerischen Katastrophen „Poppe, Kaate, Danze“ (01/2004) und „Su lang mer noch am Lääve sin“ (01/2005) an. Wie seit Jahren üblich, erscheint das Werk wieder pünktlich zur Karnevalszeit und fährt ohne Rücksicht auf Verluste 13 Partykracher auf, die mit den gefühlvollen Texten und der genialen Musik der Frühphase rein gar nichts mehr zu tun haben.

Der Traum, eine nachhaltige Bap-Alternative zu werden, ist ausgeträumt. Kommerziell konnten sich Brings auf dem deutschen Markt nie so platzieren, dass sie Akzeptanz auf breiter Ebene erfuhren. Daher rührt wohl auch der Schritt, mit kalkulierter Gute-Laune-Musik während der „Jecken und Narren“-Zeit das große Geld zu machen. Denn wer einmal genauer unter die Lupe nimmt, welches Pensum Aushängeschilder der Kölner Karnevalszunft, wie die sau-coolen Höhner („Viva Colonia“), mit viel Arbeit und Elan herunterspulen, kann vielleicht im Ansatz erahnen, welche Gagendimensionen im Karneval zu erzielen sind.

„Leider“ empörten sich ausgerechnet die dauerbesoffenen Jecken über die Single „Hay! Hay! Hay!“ (wer es nicht gemerkt hat, „hay“ steht für „high“) und untersagten die Aufführung des von Ska-Bläsern befeuerten Liedes auf Karnevalsveranstaltungen. Damit haben Brings ein werbewirksames Skandälchen für ihr Album, das darüber hinaus noch genügend frische Bühnenmunition bereithält, mit der die Festsäle in Grund und Boden gerockt werden können. Angefangen bei der schrecklichen WM-2006-Anbiederung „Fußball ist unser Leben“ (das Original von Jack White reicht völlig!), über rheinische Russendiskoversuche („Riesenkamell“), Schunkelliedchen („Su ne Daach“) und platte Heavy Rocker mit unterirdischen Texten („Eifel“), bis hin zu gut gemeinten Balladen, die aber nicht mal ansatzweise an frühere Gänsehautballaden anknüpfen können („Ungerm Mond vun Kölle“), legen Brings ihren vertonten Offenbarungseid vor, mit dem die Herren Musiker hoffentlich glücklich und reich werden. Vielleicht schämen sich die Kölner aber auch ein bisschen für ihr neues Opus. Denn auf dem „Hay! Hay! Hay!“-Cover sind ihre Gesichter unkenntlich gemacht. Ein Zeichen???

Anspieltipps:

  • Bazille
  • Su e Feeling
  • Dann jon die Leechter us
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