Heinz Rudolf Kunze - Klare Verhältnisse - Cover
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Heinz Rudolf Kunze Klare Verhältnisse


  • Label: Ariola/SonyBMG
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Flotter, pianogetränkter Rock mit schnittigen Gitarren und Hit-Potential.

1980 lautet das Geburtsjahr einer musikalischen Karriere, die selbst nach 26 Jahren noch etwas zu vermitteln hat und es sich zwischen Pop, Rock und Blues breitgemacht hat, ohne erkennbar nur das bisher Erreichte zu verwalten. Die Rede ist von Heinz Rudolf Kunze, der 1984 mit dem ins Deutsche übertragenen Kinks-Hit „Lola“ und der ein Jahr später folgenden Single „Dein Ist Mein Ganzes Herz“ auch der breiten Bevölkerung ein Begriff wurde. Zusammen mit Lead-Gitarrist, Komponist und Produzent Heiner Lürig fanden Ende der 80´er / Anfang der 90´er die Alben „Einer Für Alle“, „Gute Unterhaltung“ sowie „Brille“ den Weg in die Läden, um sich schließlich auch in den Charts wohl zu fühlen.

Heinz Rudolf Kunze spielte 1987 drei bejubelte Konzerte in der DDR, ließ im Westen kaum einen Ort unbespielt und heimste so manchen Preis, auch für seine sozialkritische Haltung und deren Ausdruck in den Texten, ein. Im weiteren Verlauf der Neunziger überraschte Kunze seine Anhänger mit Ausflügen in musikalisch ungewöhnliche Regionen und gab sich verwinkeltem, schroffen Rock hin, der wenig mit dem ansonsten omnipräsenten Pop der Kunze-Ära zu tun hatte. Doch spätestens 2005 ist Heinz Rudolf Kunze mit „Das Original“ wieder im gewohnten Pop/Rock-Gewässer samt lyrischer Feinheiten unterwegs und meldet sich nun in Form von „Klare Verhältnisse“ amtlich zurück.

Flotter, pianogetränkter Rock mit schnittigen Gitarren und Hit-Potential kommt im Opener „Ein Traum“ zum Zuge und lässt die Hüften kreisen. Doch wie immer bei H. R. Kunze sind die Texte mehr als nur Beiwerk und daher auch stets ein Ohr abseits der melodienverliebten Arrangements wert. Mit Wortwitz und der Gabe ausgestattet, leicht verquer und doch nicht unlösbar zu texten, sind es im weiteren Verlauf Nettigkeiten für die Lieben („Sowas Ähnliches Wie Liebe“, „Ohne Euch“, „Schlaf gut“) und politische Ausflüge („Die Welt Ist Pop“, „Biedermeier“), die zum Nachdenken anregen oder einfach nur gehaltvoll wärmend den Sinnen gut tun. Musikalisch steht Kunze und seine aus Heiner Lürig, Jörg Sander, Matthias Ulmer, Leo Schmidthals sowie Jens Carstens bestehende Band dem lyrischen Wert in nichts nach.

Ob feingliedrig, von Piano oder Akustikgitarre verziert oder beschwingt rockig samt eingängigen Riffs und einem antreibenden Rhythmusgefüge – es macht Spaß und animiert zum Wiederhören. Doch auch wenn „Klare Verhältnisse“ sicher ein ordentliches Album mit textlichen und musikalischen Finessen ist, eine Offenbarung sieht gewiss anders aus. Jedoch erwartet dies keiner mehr vom Deutschrock-Urgestein Heinz Rudolf Kunze und so ist die eingeschworene Fangemeinde um ein solides Album reicher, während die beiläufig Interessierten keinen wirklichen Grund haben, nun gerade dieses Werk aus dem Kunze-Universum besitzen zu müssen.

Anspieltipps:

  • Ein Traum
  • Die Köpfe In Der Kühltruhe
  • Überlegungen Einer Reifen Frau
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