Doi - Sing The Boy Electric - Cover
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Doi Sing The Boy Electric


  • Label: Broken Silence
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mitte Januar. Der Schnee ist irgendwie den gesamten Winter ausgeblieben, vereinzelt gab es Regen. Der Himmel ist grau, es ist kalt. Wie passend jetzt doch ein wärmender Kamin wäre. Derzeit findet sich jedoch nur „Sing the boy electric“ der dänischen Band Doi. Ihr Debütalbum vermittelt dummerweise dieselbe unwirtliche Kälte und Verlorenheit, die sicher viele Menschen gerade verspüren. Doch da ist dieses Flüstern. Dieses unablässige Flüstern aus dem Hintergrund, das wie eine innere Stimme durch den Körper wandert und immer wieder betont: „Keine Angst, es wird wärmer werden - Bestimmt.“

Dennoch ist „Sing the boy electric“ alles andere als zuversichtlich. In der Ferne ertönt eine Triangel. Einsam und verlassen wird sie angeschlagen und verklingt wieder. Komplette Stille wie im Opener „The sea“ verstärkt den Eindruck allein in der Welt zu sein. Doch da ist immer wieder diese Stimme, die sich lodernd und freundlich vom übrigen Geschehen abhebt und Wärme tanken lässt. Anders als jedoch bei den Isländern Sigur Ros, von denen Doi nicht unwesentlich beeinflusst zu sein scheinen, versuchen der Text hier nicht in immer höhere Sphären aufbrechen zu wollen. Bodenständig und gelassen passt er sich den Schlagzeugwirbeln in „Beneath the breeze“ an oder säuselt durch „In your sigh“.

Jazzige Atmosphären wechseln sich mit aufbegehrenden Passagen ab, die aus dem monotonen Einerlei eines ständig wiederkehrenden Glockentons ausbrechen wollen. „Sing the boy electric“ ist nur zusammenhängend zu empfehlen. Koppelt man ein Stück heraus, verliert es seinen Zusammenhalt und wirkt noch verlorenen als es sowieso schon ist. Doi verstehen es Musik zum Träumen zu erschaffen, die nicht gleich in langweilige oder allzu avantgardistische Klangstudien ausartet. Und wer seine Vorläufer-EP „In the unlikely event of loss in cabin pressure“ nennt, der muss wissen, wie Verzweiflung und Einsamkeit zu klingen hat.

Anspieltipps:

  • Ponds
  • In Your Sigh
  • Grained Departures
  • Beneath The Breeze
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