The Beauty Of Gemina - Diary Of A Lost - Cover
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The Beauty Of Gemina Diary Of A Lost


  • Label: Monkey Music/Broken Silence
  • Laufzeit: 68 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ein schwieriges Unterfangen, für dieses Album eine Bewertung abzugeben; zu undurchsichtig erscheint die angestrebte Stilrichtung und zu langatmig wird operiert.

Die Schweizer Band The Beauty Of Gemina besteht aus Mastermind Michael Sele, Drummer Marc Vinzens und Bassist Martin Luzio. Ihr Debütalbum gehört zu den ersten Longplayern, die das Jahr 2007 einläuten.

Die Neugier wächst durchaus, angesichts von Plattenfirma-Attributen wie „düstere Weisen mit charismatischer Stimme intoniert“. Und so rollt der Opener „Suicide landscape“ einen düsteren Klangteppich aus, der das vorliegende Album hauptsächlich bestimmt. Michael Seles Grabesstimme führt sicher durch elektronische und dunkle Elemente, wobei diese tatsächlich eingängig klingen, wahrscheinlich hervorgerufen durch eine gewisse Monotonie von Text und Musik. „One step to heaven“ bleibt dem Konzept treu. Langsam steigert sich der Song zu einem härteren Industrialrocktrack der finsteren Sorte, doch auch hier herrscht gepflegte Monotonie. „Hunter“ hat auch den Aufbau eines sich langsam steigernden Dark-Industrial-Monsters in sich, wobei die Gitarren ein wenig härter eingesetzt werden.

„Victims of love“ vermischt Techno, Elektro-Rock und verfremdete Stimmen. Dabei wird deutlich, dass doch nicht die Eingängigkeit das Ziel der Schweizer zu sein scheint, eher das Schwelgen in Gothicgefilden, gespickt mit anderen Stilrichtungen, wie eben Rock und Techno. Das Ergebnis ist ein dunkles Klangexperiment – Unterbrechungen mit chilliger Elektromusik inklusive. Die Stimmung der CD ist aber nicht unbedingt nur negativ und düster. Zwischendurch blitzen auch entspannte und positive Facetten auf.

„Trapped“ überzeugt durch harte Instrumentenattacken, die nicht depressiv, sondern aggressiv klingen. Dann erstaunen The Beauty Of Gemina mit „Forgiveness“ und leisen Pianotönen, die fast zu einer Klassikballade werden. Doch die fünf Minuten Spielzeit haben auch Längen aufzuweisen. Ein Manko, das einigen Songs auf „Diary Of A Lost“ anzukreiden ist. Den Schlusspunkt der 13 Songs setzt das französisch betitelte Werk „La Rêve De L'infidèle“ – mit acht Minuten das längste des Longplayers. Mit wieder fast klassischen Klängen pflügt das Chilloutstück durch eine Landschaft aus eher harmlosen elektronischen Tönen ohne Gesang.

Es ein schwieriges Unterfangen, für dieses Album eine Bewertung abzugeben; zu undurchsichtig erscheint die angestrebte Stilrichtung und zu langatmig wird operiert. Trotzdem kann man sich der Andersartigkeit der Soundexperimente der Schweizer kaum entziehen. Denn zu überraschend und abwechselungsreich hauen The Beauty Of Gemina dem Hörer die Töne um die Ohren. Dazu fällt auf, dass den Genrefreunden des Düsterrocks einige neuartige Varianten angeboten werden, an denen sie gewiss ihre Freude haben werden. Dem durchschnittlichen Mainstreamhörer könnte dieses Werk dennoch schwer im Magen liegen. Aber vielleicht lohnt sich ein Versuch, denn die Musik aus der Schweiz offenbart einen ebenso komplexen wie interessanten Charme.

Anspieltipps:

  • Trapped
  • Forgiveness
  • Suicide Landscape
  • Victims Of Love (Qui Tollis)
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