Joss Stone - Introducing Joss Stone - Cover
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Joss Stone Introducing Joss Stone


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Joss Stone hatte bereits als Teenager eine derart großartige Soulstimme, für die andere ein Leben lang trainieren müssen – und am Ende dennoch scheitern, dass schon bei Erscheinen ihres Debütalbums „The Soul Sessions“ (11/2003) in Großbritannien allen bewusst war, was für ein Juwel hier entdeckt wurde. Management und Plattenfirma machten alles richtig und entwarfen für die junge Engländerin einen Karrierefahrplan, der zwar wie am Reißbrett entworfen aussah, aber dennoch bis dato mehr als prächtig funktioniert hat.

Das Debüt enthielt ausschließlich Coverversionen, mit denen sich Joss spielend im hart umkämpften Musikmarkt platzieren konnte. Denn bei so einer Stimme und mit ein paar vernünftigen Studiomusikern im Rücken, konnte einfach nichts schief gehen, wenn alte Motown-Klassiker aufpoliert und einem jungen Publikum zugänglich gemacht wurden. Auf Album Nummer zwei, „Mind, Body & Soul“ (09/2004), wurden dann eigene Kompositionen eingebaut, die qualitativ zwar deutlich schwankten, dem Erfolg aber keinen Abbruch taten. Vier Grammy-Nominierungen und rund 7,5 Millionen verkaufte Tonträger sind bis heute das Ergebnis. Und doch musste etwas geschehen, wenn sich Joss Stone auch als Songschreiberin Anerkennung verdienen wollte.

Auf Barbados schrieb die 20-Jährige ganz allein die Texte für ihr drittes Album, das nicht ohne Hintergedanken „Introducing Joss Stone“ getauft wurde. Und auf den Bahamas nahm sie die Songs zusammen mit Produzent Raphael Saadiq (Macy Gray, The Roots) auf. Damit ist es an der Zeit, Joss Stone nicht mehr nur als Interpretin wahrzunehmen, sondern als Künstlerin, die ihre eigenen Songs verantwortet. Damit setzt sich Joss Stone natürlich einem größeren Risiko aus, dem sie am Ende auch nur mit gut der Hälfte der Songs auf „Introducing“ Paroli bieten kann. Das funktioniert z.B. mit der unverschämt groovenden Singleauskopplung „Tell me ’bout it“ sowie mit dem fluffigen „The Fugees treffen auf Bob Marley“-Song „Tell me what we´re gonna do now”, genau wie mit dem rhythmischen Feuerwerk „Put your hands on me“ und dem sexy Slow-Groover „Music“ (featuring Lauryn Hill!) ganz hervorragend.

Doch dem Hörer wird auch immer wieder Füllmaterial wie „Proper nice“ und „Bruised but not broken“ vorgesetzt, das vor allem die zweite Albumhälfte etwas verwässert, und damit den anfänglich starken Eindruck nachhaltig beeinträchtigt, so dass am Schluss kaum mehr als eine Durchschnittsleistung zu Buche steht.

Anspieltipps:

  • Music
  • Tell me ’bout it
  • Put your hands on me
  • Girl they won´t believe it
  • Tell me what we´re gonna do now
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