Within Temptation - The Heart Of Everything - Cover
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Within Temptation The Heart Of Everything


  • Label: Gun/SonyBMG
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Bei dem Sextett ist eine dezente Weiterentwicklung festzustellen, die die Holländer hörbar aus der Gothic-Metal-Sackgasse herauslotst.

Europa ist nicht genug! Ab sofort steuern Within Temptation mit einem zweiten Plattendeal in der Tasche auch die nordamerikanischen Charts an. Und zwar mit ihrem vierten Longplayer „The Heart Of Everything“, dem ersten offiziellen US-Release der Niederländer, für den sie sich gar nicht so viel Zeit gelassen haben, wie es auf den ersten Blick scheint.

Der Vorgänger „The Silent Force“ erschien Mitte November 2004. Danach ging die Band für einige Monate auf Tournee, an deren Ende die Produktion der Live-DVD „The Silent Force Tour“ (11/2005) stand, die nahtlos in die Arbeit am neuen Album mündete, das zwischen August und Dezember 2006 eingespielt wurde. Tja, und ganz nebenbei wurden Sharon den Adel (Vocals) und Robert Westerholt (Gitarre) auch noch Eltern eines Mädchens. Wenn das keine Leistung ist...

Ehrlich gesagt ist es erfreulich, dass das junge Elternglück keinen sonderlichen Einfluss auf das Songwriter-Duo Westerholt/den Adel genommen hat, denn kitschige Friede-Freude-Eicherkuchen-Texte im Gothic-Mäntelchen wären der werten Hörerschaft bestimmt im Halse steckengeblieben. Interessanterweise geht es sogar in die komplett andere Richtung, mit düsteren Tendenzen und stark herausgearbeiteten Gitarrenriffs, die nicht wie auf den Vorgängern von einem Orchester plattgewalzt werden. Ihren Hang zum gnadenlosen Bombast haben Within Temptation dennoch nicht nicht verloren.

„The Heart Of Everything“ bietet selbstverständlich wieder dramatische Arrangements, wuchtige Orchesterklänge und eine grandiose Breitwandproduktion von Daniel Gibson und Rammstein-Mixer Stefan Glaumann. Sängerin Sharon den Adel schwingt sich allerdings nicht mehr ständig in schwindelerregende Stimmhöhen wie z.B. in „The truth beneath the rose“ auf, sondern überrascht mit ungewöhnlichen rockigen Tönen, die sie sich hart antrainieren musste. So zu hören in „Final destination“ und „The heart of everything“. Das ist dann natürlich nicht mehr 100%ig charttauglich, selbst wenn für die starke erste Single „What have you done“ mit Keith Caputo ein bekannter Duettpartner verpflichtet wurde. Aber genau das macht die Sache spannend und abwechslungsreich. Und zur Beruhigung: Mit „Frozen“ und „All I need“ haben die Sechs auch heuer extrem eingängige, ähem, Power-Balladen am Start.

Bei dem Sextett ist eine dezente Weiterentwicklung festzustellen, die die Holländer hörbar aus der Gothic-Metal-Sackgasse herauslotst, in der sich Evanescence (USA) böse verfranst und aus der sich Lacuna Coil (Italien) spätestens mit ihrer letzten Platte erfolgreich verabschiedet haben. Bleiben nur noch Nightwish (Finnland), die nach dem Rausschmiss ihrer Sängerin zurzeit nicht richtig einzuordnen sind und vielleicht die letzte Bastion des Operetten-Metal darstellen. Within Temptation wirken dagegen fast schon bodenständig und mit der neugewonnenen Härte richtig sympathisch.

Anspieltipps:

  • The cross
  • All I need
  • Final destination
  • What have you done
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