The Shins - Wincing The Night Away - Cover
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The Shins Wincing The Night Away


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„Garden State”, „Scrubs”, „O.C. California” und noch viele weitere. Die Liste liest sich natürlich eindrucksvoll und irgendwas muss an diesen „Shins“ wohl dran sein, wenn ihre Lieder in all diesen Serien und Produktionen Verwendung fanden. Gerade das Beispiel der Serie aus dem Orangenstaat macht Hoffnung auf ein neues „Death Cab For Cutie“ oder ist das nicht mehr als irgendein Hype? Zwar ist „Wincing The Night Away“ schon ihr dritter Longplayer, der Bekanntheitsgrad der Band in unseren Landen ist allerdings mehr als gering und während James Mercer (Gesang/Gitarre), Marty Crandall (Keyboard), Dave Hernandez (Bass) und Jessie Sandoval in Amerika ganze Konzerthallen füllen und begeistern reicht es hier für den Club um die Ecke. In Amerika Mainstream, in Deutschland frönt noch das dicke Independent-Zeichen auf dem Rücken.

Die Vorzeichen für „The Shins“ stehen also alles andere als schlecht. In den vereinigten Staaten der Hit und hier in der Independentszene geliebt. Lässt sich das aber auch mit der Qualität der Musik erklären. Bei Informationen über den Stil der Band stolpert man über Begriffe und Aussagen wie Wellness für die Ohren, zum Träumen schön und/oder eine hypnotisierende Stimme. Bisher sehe ich keinen Grund warum diese Leute nicht einfach bei Coldplay geblieben sind. Doch hier wird nicht geurteilt, bevor das Album nicht ein paar Mal durch die Anlage geschlittert ist. Nach dem ersten Mal hören ist man noch nicht sicher: War das jetzt eine musikalische Offenbarung, eine Retro-Rockband oder nur was für Zwischendurch?

Der erste Song, „Sleeping Lessons“, macht eines Vorweg klar. Den Softrock der Marke „Death Cab For Cutie“ und der Mannen um Chris Martin erfinden die vier US-Amerikaner nicht neu, aber sie interpretieren das ganze Vorhaben „Softer Rock für die einsamen, aber auch vergebenen Seelen“ ein wenig mehr mit Feel-Good-Effekt. Ein Keyboard alleine begleitet Mercers Gesang. Eine gute Stimme hat der Herr ja, auch wenn die hohen Töne sich erst ins Gehör des Hörers fräsen müssen. Später begleitet von einer leisen Akusitkgitarre, zieht sich das Lied in diesem Schema des Aufbaus noch ein wenig bis die gesamte Band einsetzen darf und somit ein (Soft-)Crescendo zustande kommt. Das ist vom Aufbau eines Songs alles andere als innovativ, aber die Arrangements der Bands sind doch so, wie der große Fan sie beschreibt: Lebhaft, fröhlich und ausgelassen. Glückshormone können ganz nach Wunsch des Hörers entfaltet werden. In dieser Disziplin scheinen „The Shins“ also ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. Songs wie „Phantom Limb“, „Sealegs“ oder „Turn On Me“ machen die Ohrwurm-Fraktion auf diesem eingängigen Album aus, die den Fan bei erstem Durchhören gleich fesseln sollen. Wie so oft genießt man letztendlich aber die wirklich emotionalen Stücke wie „A Comet Appears“. Da kann dann geschmachtet werden, wenn man hier auch wieder im Genre auf „Death Cub For Cutie“-Terrain ist und harte Konkurrenz vorfindet.

Vom „Lalala“ in „Australia“ über James’ schrägschöne Töne, viel Gefühl und Gitarrenrock angehauchtes Glück bietet „Wincing The Night Away“ schon Einiges. Kein Lied ist überflüssig oder schlecht arrangiert. „The Shins“ wissen was sie den Fans geben wollen und die Fans wissen anscheinend was sie kriegen wollen. Dieser genau abgestimmte Trip der Glückseligkeit kommt kaum einmal vom Weg ab ohne zu langweilen. Nach 43 Minuten hat der Hörer die Wahl, ob er den Weg noch einmal geht. Qualitativ ist nichts dagegen einzuwenden. Ob sie jetzt die Retter des Rocks sind, ist zu bezweifeln, da ihr Feld des seichten Rocks mit vielen guten Bands gespickt ist und dafür doch die letzte Konsequenz fehlt. Wer aber dieses Terrain des Rocks mag, wird auch an den „Shins“ gefallen finden.

Anspieltipps:

  • Sealegs
  • Phantom Limb
  • A Comet Appears
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